Liebe Damen, ich muss jetzt mal was klarstellen:
„Ihr seid in meinem Job oft viel mühsamer als Männer.“
Von Amber Eve

„Waaaas?“, sagst du jetzt. „Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Schliesslich musst du ja sonst immer für betrunkene Rüpel tanzen, die hässlich und schwanzgesteuert sind, und keinen Respekt vor dir haben. Frauen sind da doch sicher viel besser!“ Und da fängt das Problem schon an.
Zum Einen ist es mir relativ egal, wie attraktiv meine Klienten sind – um in Kontakt zu treten spielt es für mich keine Rolle, ob dir Haare aus den Ohren wachsen oder nicht. Zum Anderen ist es gerade bei besonders attraktiven Männern (und Frauen) etwas schwieriger, Respekt einzufordern: „Weisst du Baby, eigentlich habe ich das hier gar nicht nötig. Ich kann jederzeit haben, was ich will, denn ich sehe toll aus und alle stehen auf mich. Eigentlich solltest du mich zahlen, hahaha.“ Super für dich, aber ich gehe auch nicht in den Supermarkt und beschwere mich, dass ich hier für Lebensmittel zahlen muss, wo ich sie doch bei Mutti einfach so aus dem Kühlschrank nehmen kann. Du hast dich in ein Setting begeben, wo du eine Dienstleistung in Anspruch nimmst, und das kostet nun mal Geld – und ein gewisses Mass an Respekt.

Sie sind aktuell in aller Munde, bei einigen höchst wohlwollend, bei anderen mit grosser Abneigung: die Verschwörungstheorien. Doch wovon sprechen wir eigentlich, wenn wir diesen Begriff verwenden? Ein Erklärungsansatz nach Michael Butter. Von Lisa Kwasny

Menschen in deinem Umfeld erwähnen in einem Nebensatz plötzlich, dass die Coronazahlen möglicherweise gefälscht sind? Jemand hat auf deine Hauswand «Plandemie» geschrieben? Oder deine Mutter leitet dir Telegram-Nachrichten weiter, welche «beweisen», dass Impfen unfruchtbar macht? Diese Erfahrungen teilen aktuell viele Menschen. Die Corona-Pandemie hat das Gros der Verschwörungstheorien von den Rändern der Gesellschaft in die Mitte zurückgeholt. Doch warum?

In einer Zeit, wo die Russische Föderation zehntausende Soldaten an der ukrainischen Grenze sammelt, konnte die Explosion eines tschechischen Munitionslagers aufgeklärt werden. 2014 explodierte das Munitionslager in Vrbĕtice (Deutsch: Wirbietitz), dabei starben zwei Menschen. Heute Abend wurde von der tschechischen Regierung bekannt gegeben: Hinter der Explosion steckten russische Agenten. Womöglich sogar dieselben russischen Agenten, die hinter dem Giftanschlag auf Sergei Skripal stehen. Von Tomas Marik

Am 16. Oktober 2014 explodierte im Munitionslagerkomplex Vrbĕtice das erste Munitionslager mit der Nummer 16, am 3. Dezember desselben Jahres explodierte das zweite Munitionslager mit der Nummer 12. Der Komplex wurde von der Firma Imex Group aus Ostrava angemietet.[1] Von den beiden Explosionen waren insgesamt 1329 Hektar Land betroffen. Obwohl man damals nicht vom Zufall, sondern von einer Fremdeinwirkung ausging, war noch niemandem klar, dass heute (17.04.2021) der tschechische Premier Minister Andrej Babiš (ANO 2011) und der Vizeminister, der Minister für innere Angelegenheiten und zur Zeit auch der Aussenminister Jan Hamáček (Sozialdemokraten) den russischen Militärnachrichtendienst GRU (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije) dafür verantwortlich machen werden. Dies geht aus den Untersuchungen des tschechischen Sicherheitsdienstes hervor.

Der Osteuropahistoriker Karl Schlögel über Putin, Propaganda und die Rolle des Historikers im öffentlichen Diskurs. Von Oliver Sterchi und Luca Thoma

Herr Schlögel, die Spannungen zwischen Russland und dem Westen nehmen seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise 2014 beständig zu. Russlands militärisches Eingreifen in Syrien trägt Zeichen eines Stellvertreterkrieges. Befinden wir uns in einem neuen Kalten Krieg?

Ich denke, dass die Bezeichnung Kalter Krieg hier nicht zutrifft. Mit dem Begriff des Kalten Krieges bezeichnete man die symmetrische Opposition zweier Supermächte, namentlich der USA und der Sowjetunion. Diese Symmetrie erzeugte eine Art Gleichgewicht des Schreckens und machte die Lage somit berechenbar. Was wir heute haben, ist eine völlig andere Situation. Die Welt ist nicht mehr bipolar, sondern multipolar. Es gibt heute mehrere Machtpole, was die Lage viel komplexer und unübersichtlicher macht. Ich möchte betonen, dass es sich dabei um eine gänzlich neue Situation handelt. Deshalb halte ich die Rede von der Rückkehr des Kalten Krieges nicht für angemessen.

Unrealistische Vorstellungen in unseren Köpfen verhindern beim Klimaschutz den Blick aufs Ganze. Von Servan Luciano Grüninger

Vorgefasste Meinungen führen uns oft in die Irre. Das gilt besonders für ein Thema wie den Klimaschutz, der seit Jahrzehnten von verschiedenen wissenschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteuren bearbeitet wird. Dementsprechend viele irreführenden Behauptungen und Vorstellungen haben sich mittlerweile in den Köpfen der Menschen festgesetzt.

WGs sind unter Studierenden beliebt, denn sie sind günstig und bieten Gesellschaft. Letztes Jahr rückten diese Argumente allerdings in den Hintergrund, denn Corona veränderte die Wohnbedürfnisse grundlegend. Gerade den neuen Anforderungen des Studentenlebens scheint die WG nicht immer gerecht zu werden. Von Anniina Maurer

Mit dem Studium beginnen und von Zuhause ausziehen – das gehört für viele Studierende zusammen. Nicht selten begeben sie sich dann auf die Suche nach einer für sie passenden WG. Das Zusammenleben mit anderen hat schliesslich so manchen Vorteil, macht Spass und ist günstig.

„Nee, aber mal im Ernst, ist das dein richtiger Name?“ Von Amber Eve

Mein richtiger Name ist in einem Stripclub genauso wichtig wie deiner – wahrscheinlich habe ich letzteren deshalb auch schon wieder vergessen. Schließlich geht es hier vorsätzlich darum, in einer rot beleuchteten Traumwelt ein Abenteuer zu erleben. Gespräche gehören da natürlich auch dazu – aber warum glaubst du, dass ein gutes Gespräch erst möglich ist, wenn du Eva statt Amber zu mir sagst? Weil es dir das Gefühl gibt, eben nicht in einer Traumwelt zu sein. Sondern dass das hier ganz real ist. Mein Name, meine Brüste, der Drink, den du mir gerade zahlst, und mein Interesse an dir, mein Lachen, wenn du einen mittelmässigen Witz machst. Es führt dazu, dass du dich besonders fühlst. Du bist der Auserwählte, der einen so guten Draht mit der Stripperin aufbauen konnte, dass sie dir ihr Herz öffnete und ihren richtigen Namen verriet. Du bist etwas Besonderes, du hast Tiefgang und bist nicht so oberflächlich und lächerlich wie alle anderen hier drin.