Wirbellos ist der zweite Roman des Schweizer Autors Giuliano Musio. Der 2019 erschienene Roman gehört vermutlich eher in die Sparte des Geheimtipps, doch wer auf der Suche nach ungewöhnlichen Plots ist, bei welchen man nicht weiss, wie diese enden, wird dieses Buch lieben! Von Sarah Kündig

Wirbellos ist die Geschichte über Martin Schwammer, der als Kind nicht lügen konnte und als Erwachsener nicht mehr aus dem Lügen herauskommt. Es ist eine Geschichte von Schuld, Sühne und Vergebung. Eine Geschichte, die vom Schicksal und vor allem vom Leben mit all seinen Umwegen und Abgründen erzählt. 

Lesen beruhigt, erschliesst, baut auf. Im Anschluss an die vergangenen Mental Health Days der Uni Basel und inspiriert durch den dortigen Input zur Bibliotherapie sind hier drei Buchrezensionen. Von Lume Halili

Letzte Woche fanden die ersten Mental Health Days an der Uni Basel statt. Organisiert vom Studierendenverein Mind-Map, der sich für mehr Bewusstsein für psychische Gesundheit im (Uni-) Alltag einsetzt, bot das zweitätige Event spannende Inputs, Workshops sowie eine Podiumsdiskussion rund um das Thema psychische Gesundheit und Studium.

Nach einer langen Zeit war es so weit, am 23. September 2021 schlug das Herz der Contemporary Art wieder für eine Woche in Basel. Künstler*Innen, Aussteller*Innen und zahlreiche Galerien aus aller Welt trafen in der Art Basel zusammen, um endlich ihre zeitgenössische Kunst den Besucher*Innen der Kunstmesse zu präsentieren. Bei diesem Besuch blieb den Besucher*Innen sicherlich nicht nur die einzigartigen Kunstwerke der Ausstellungen in Erinnerung, sondern auch die Covid-19 Massnahmen. Von Irem Neseli

Es war der 16. Juni 2019, als die Art Basel zum letzten Mal unter gewöhnlichen Umständen seine Türen für Besuchern*Innen offen hatte. Im Jahr 2020 wurde mit der ganzen Welt auch die Event- und Kulturbranche hart von der Pandemie getroffen, sodass die Messe Art Basel zuerst verschoben wurde und dann bedauerlicherweise nicht stattfinden konnte.

„Dann mach ich halt ein OnlyFans!“ ist das neue „Dann werde ich halt Stripperin“. Ein Spruch, den ich im letzten Jahr ziemlich oft gehört habe. Fast genauso oft wie den Ratschlag: „Du solltest unbedingt ein OnlyFans machen – damit könntest easy viel Geld verdienen!“ Interessanterweise kommt dieser Rat ausschliesslich von Männern, die Sexarbeit eigentlich nur „von aussen“ kennen. Das fühlt sich dann ungefähr so an, als wollte mir ein Schweizer erklären, wie man die Fussball Europameisterschaft gewinnt. Von Amber Eve

Hinter beiden Aussagen steckt die Vorstellung, dass Sexarbeit leicht verdientes Geld ist – vor allem online. Alles anonym, ein paar Füdlibilder posten, und schon flattert das Geld herein. Aber ist das wirklich so? Warum zählt OnlyFans eigentlich als Sexarbeit? Und was braucht es wirklich, um damit auch längerfristig erfolgreich zu sein?

Die internationale Politik und insbesondere die Vereinten Nationen haben bekanntlich den Ruf, eine komplexe Angelegenheit zu sein. Insbesondere in unserer schnelllebigen Welt kann man da schon einmal den Überblick verlieren. Der an die Uni Basel angegliederte Verein Model United Nations will sie für junge Menschen zugänglich machen und für jeden und jede verständlich vermitteln, was sich hinter dem Vorhang der Welt der Diplomatie verbirgt. Von Torben Rigert

Es sind Bilder, welche insbesondere die westliche Welt in den letzten Wochen bewegt, bestürzt, fassungslos und auch wütend gemacht haben. Kampfverbände der militant-islamistischen Taliban, welche Stadt um Stadt nahezu kampflos einnehmen. Eine afghanische Armee, welche trotz modernster Ausrüstung durch das US-Militär innerhalb kürzester Zeit kollabiert. Kreisende Helikopter über der US-Botschaft in Kabul. Botschaftspersonal, das hektisch ausgeflogen wird. Schliesslich Menschen, die sich um das Flughafengelände von Kabul drängen und verzweifelt versuchen, auf einen der wenigen Evakuierungsflüge der abziehenden NATO-Truppen zu gelangen. Am Ende neben Ausgeflogenen auch Tote und Verletzte durch einen Selbstmordanschlag des afghanischen IS-Ablegers, sowohl Soldatinnen und Soldaten als auch Zivilistinnen und Zivilisten. Und neben all dem die grosse Frage, wie es nach dem vollständigen Abzug der westlichen Truppen mit dem kriegsgebeutelten Land weitergehen soll.

Die skuba, die studentische Körperschaft der Universität Basel, vertritt die Interessen der Studierenden an der Universität Basel auf offiziellem Weg. Da die skuba nicht allen ein Begriff ist, stellen wir die fünf Vorstandsmitglieder pünktlich zu Semesterbeginn vor. Von Léonard Wiesendanger

Der Vorstand ist die Exekutive der skuba und konstituiert diese zusammen mit dem Studierendenrat (Legislative) und den Fachgruppen. Er setzt sich aus fünf Vorstandsmitgliedern zusammen, die für je ein Ressort zuständig sind, die lauten: Inneres, Äusseres, Lehre und Qualitätssicherung, Soziales, Kultur. Einmal jährlich wird der Vorstand in Gesamterneuerungswahlen vom Studierendenrat gewählt und im Falle eines vorzeitigen Abgangs einzeln nachgewählt. Was sind ihre Aufgaben? Was sind ihre persönlichen Anliegen? Hier die Vorstehenden im Porträt. Fragen von euch zu ihren Aussagen, zur skuba oder auch allgemein zur Hochschulpolitik sind erwünscht!

Es gibt nicht nur das biologische, sondern auch das soziale Geschlecht – darin ist man sich in der Geschlechterforschung relativ einig. Wie es zu dieser Unterscheidung gekommen ist und warum damit nicht alle zufrieden sind. Von Olivia Meier

«Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus» so der Titel des berühmten Selbsthilferatgebers der Autorin Cris Evatt aus dem Jahr 1994. Für uns scheint es heute selbstverständlich, dass kategorisch zwischen zwei «Mann» und «Frau» unterschieden wird. Die wenigsten wissen jedoch, dass es früher scheinbar auch ein «Ein-Geschlecht-Modell» gab. Das behauptet zumindest der Historiker Thomas Laqueur.

Die Swiss Art Expo ist ein Festival der bildenden Kunst, welches zeitgenössische Kunstwerke mit moderner Technologie in Szene setzt. Ein Rückblick auf die Ausstellung. Von Irem Neseli

Nachdem ich glücklicherweise Eintrittstickets gewonnen hatte, erhielten meine Kollegin Clara und ich ebenfalls die Möglichkeit, das Kunstfestival am Samstagabend zu besuchen. Die Ausstellung ist nur mit Covid Zertifikat zugänglich, eine virtuelle Tour ermöglicht aber auch Denjenigen ohne Zertifikat sich an der Ausstellung zu erfreuen.

Ein Interview mit dem Nobelpreisträger für Chemie Prof. Dr. Kurt Wüthrich zum Verhältnis von Politik und Wissenschaft und darüber, wie die Politik der Forschung in Notlagen zuhören sollte. Darüber hinaus zieht Kurt Wüthrich eine Parallele zwischen der Covid-19 Pandemie und Mad Cow Disease, zu der er aktiv geforscht hatte. Von Tomas Marik

Prof. Dr. Kurt Wüthrich wurde am 4. Oktober 1938 in Aarberg geboren. Nach der Matura in Biel, studierte er zwischen 1957 bis 1962 in Bern Chemie, Physik und Mathematik. Danach absolvierte er an der Universität Basel das Eidgenössische Turn- und Sportlehrerdiplom und promovierte gleichzeitig in anorganischer Chemie. Später forschte er in Berkeley an der University of California und in den Bell Telephone Laboratories in Murray Hill (New Jersey). Kurt Wüthrich lehrt und forscht seit 1969 an der ETH Zürich. Seit 1980 ist er Professor für Biophysik. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde er mit zahlreichen Preisen, Medaillen und Ehrendoktortiteln gewürdigt. Den Nobelpreis für Chemie erhielt Kurt Wüthrich 2002 zusammen mit John B. Fenn und Koichi Tanaka „für seine Entwicklung der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie zur Bestimmung der dreidimensionalen Struktur von biologischen Makromolekülen in Lösung“.

Ich bin alternativ. Ich lebe alternativ, ich gebe mich alternativ, ich bezeichne mich so. Doch was ist das genau, dieses «alternativ»? Was alterniere ich denn eigentlich? Von Lisa Kwasny

Alternativ bedeutet «zwischen zwei Möglichkeiten die Wahl lassend; eine andere, zweite Möglichkeit darstellend», «im Gegensatz zum Herkömmlichen stehend; anders im Hinblick auf die ökologische Vertretbarkeit o.Ä» oder auch «eine Haltung, Einstellung vertretend, die besonders durch Ablehnung bestimmter gesellschaftlicher Vorgehens- und Verhaltensweisen (z.B. übermäßiger Technisierung, unbegrenzter Steigerung des wirtschaftlichen Wachstums o.Ä.) Vorstellungen von anderen, als menschen- und umweltfreundlicher empfundenen Formen des [Zusammen]lebens zu verwirklichen sucht.»[1] Es geht also darum, sich gegen das Herkömmliche, das Institutionalisierte, das Alteingebackene zu stellen. Es ist eine Antihaltung, welche meiner Erfahrung nach oft mit einem Ausblick auf gesellschaftlichen Wandel einhergeht. Duden klassifiziert das Wort als «bildungssprachlich». Im Wortschatz der Arbeiterschicht findet sich das Wort weniger, auch wenn wir Alternativen uns gerne proletarisch geben.

Nicht immer fühlen sich Studierende mit ihren Anliegen von der Universität gehört. Aktivismus an der Hochschule hat darum Tradition und findet die unterschiedlichsten Formen. Darüber sprach ich mit Kirke aus der Student*innenverbindung Socordia und sirène-Redaktor Gilles. Von Anniina Maurer

Gilles ist aktiv bei der Langen Nacht der Kritik und Redaktor der bildungs-kritischen Zeitschrift sirène, welche im letzten Jahr erstmals erschien. Kirke vertritt die Basler Schwesternschaft Socordia, die am 14. Juni nicht nur den feministischen Streik, sondern auch ihr einjähriges Bestehen feierte.

An interview which deals with the political situation in Belarus today. In an exclusive talk with 2020 presidential candidate and Nobel Peace Prize nominee Sviatlana Tsikhanouskaya we learn about the opposition’s plans to democratize the country and how people from abroad can support the democratization process in Belarus. By Tomas Marik

Sviatlana Tsikhanouskaya was born in Mikashevichy (Belarus) in 1982. She has studied English and German at the University of Masyr and then worked for the Chernobyl disaster relief fund. In 2005 she married Siarhei Tsikhanouski, with whom she has a son and a daughter. In May 2020, her husband announced his intention to run for president of Belarus. However, two months later Tsikhanouskaya decided to run herself, when her husband was being arrested by the regime in Belarus. After the Lukashenko-corrupted election of the 9th of August 2020, Tsikhanouskaya was forced into exile. She now organizes democratic movements against the Belarusian regime from Vilnius and seeks support around the world. The European Union no longer recognises Alexander Lukashenko as the legitimate president of Belarus and has pledged broad support for Tsikhanouskaya.

Warum ich Geschichte studiere. Von Simone Meier

Ich sass an meinem Schreibtisch, draussen war es dunkel, vielleicht war es auch kurz nach Mitternacht, und das Weiss des Bildschirms flimmerte durchs Zimmer. Ich schrieb an meiner Maturaarbeit und arbeitete am letzten Teil. Ich befasste mich mit den Auswirkungen des europäischen Kolonialismus in Ostafrika und merkte im Verlauf der Arbeit schnell, wie so oft bei solchen Arbeiten, dass es sich um ein riesiges vielschichtiges Thema handelt, das noch detaillierter und noch feiner durchgearbeitet werden kann als ich es damals getan habe. Ich sass in dieser Laptopflimmerdunkelheit, wollte mein Fazit schreiben und hatte da, nach einiger Literaturrecherche, langem Durcharbeiten und Sichten von Texten und eigenem Schreiben, die Erkenntnis, was Geschichte denn ist und was sie nicht ist und wie Geschichte schreiben und Geschichtsschreibung mit dem grossen Wort der Subjektivität einher geht – ich war fasziniert davon, sass auch ein bisschen verloren da, weil ich mich dann fragte, was dann richtig und was falsch sei und von was man denn eigentlich ausgehen könne, wenn alles ja auf solch ein subjektives Auffassen und Niederschreiben beruhe. Ich weiss es immer noch nicht, muss ich vielleicht auch nicht – aber ich will jetzt mal darüber schreiben, auch im Schreiben denken und befasse mich im Folgenden mit dem Sinn oder Unsinn des Geschichtsstudiums.

Danica Graf ist Stadtführerin von Surprise. Auf ihren Touren erzählt sie, wie finanzielle Not und Missbrauch ihr Leben prägten. Damit weist sie auf das hin, was unsere Gesellschaft gerne verdrängt: Armut, Gewalt und psychische Krankheit. Eine Gruppe JetztZeit.Blog-Autor*innen hat sich mit Danica auf den Weg gemacht, um Basel künftig anders sehen zu können. Von Anniina Maurer

Wir treffen uns auf der Claramatte und starten unseren Rundgang unter strahlend blauem Himmel. Schnell merken wir aber, in welchem Kontrast die heitere Stimmung zu dem steht, was uns erwartet: Danica erzählt uns von ihren dunkelsten Stunden.

Vaporwave, ist ein vergessenes Musikgenre wieder beliebt? Und wieso ist die 80er Nostalgie wieder in? Von Julia Northfleet

Was ist Vaporwave?

Vaporwave ist ein Musikgenre, welches bis zum heutigen Tag im Untergrund geblieben ist und nie in den Mainstream kam. Es entstand in den späten 2000er und ist eine reine Geburt des Internets. In erster Linie spricht man, wenn es um Vaporwave geht, über Musik. Doch zu dem Musikgenre gehören auch Ästhetik und ein politisches Statement, welche man nicht vom Musikgenre wegdenken kann. Mit der Ästhetik und Musik wird die Sehnsucht nach den guten alten Zeiten, als alles noch einfach war, ausgedrückt. In Musikvideos und Kunst werden Gegenstände aus den 80er und frühen 90er Jahren gezeigt, wie Videospielkonsolen, Computer, VHS Kassetten und Fernseher. Alles Gegenstände, die heutzutage nicht denselben Wert einnehmen, wie in der damaligen Zeit. Vaporwave löst in vielen eine Nostalgie aus, insbesondere bei denjenigen, die ihre Kindheit in den 80er und 90er Jahren verbracht haben. 

Anfang April habe ich eine Umfrage gestartet, weil ich wissen wollte: Inwiefern hat Covid-19 die finanzielle Situation der Studierenden beeinflusst und welche Konsequenzen haben sich daraus für diese ergeben? Die Ergebnisse sind im folgenden Artikel zusammengefasst. Von Sarah Preiswerk, Vorständin Kultur der skuba

Einer der vielen Gründe für diese Umfrage war, dass ich selbst meinen Haupterwerb verloren habe und sich dadurch verschiedene Veränderungen für mich ergeben haben. Ich vermutete, dass viele Studierenden ähnliches erleb(t)en. Um Klarheit darüber zu erlangen, wie genau diese Veränderungen für andere ausgesehen haben, wurde ein Fragebogen aus geschlossenen und halboffenen Fragen sowie einer offenen zusammengestellt. Insgesamt haben 122 Studierende an der Umfrage teilgenommen, wobei alle alle Fragen beantwortet haben. In Anbetracht der Anzahl von Studierenden und dem Aufwand der Bewerbung seitens der skuba und Universität ist dies unter dem Strich ziemlich dürftig. Nichtsdestotrotz geben die Antworten Einblicke in die Gefühlslage der Studierenden. Der Tenor ist spürbar: Die Studierenden haben genug vom Bildschirmunterricht, sehnen sich nach Präsenzunterricht und dem Austausch unter Mitstudierenden. Vielen fehlt das universitäre Umfeld – einige haben es noch gar nicht kennenlernen dürfen. Eine Situation, die von Studierenden und Dozierenden gleichermassen Geduld und Energie fordert.

Darf man Trinkgeld geben, oder muss man sogar? Verdienen Stripperinnen wirklich wie im Film mit einem Wimpernklimpern Berge von Geld, oder für was genau bezahle ich da eigentlich? Wie man sich als Konsument beliebt macht, und warum der Geldschein im G-String nach wie vor relevant ist. Von Amber Eve

Lass es regnen, dolla dolla bills, ruhig ein bisschen mehr, steck einen bunten Geldschein in meinen G-Strings, support your local hustler, Trinkgeld nicht vergessen… ja warum eigentlich? Für Menschen mit einem „normalen“ Job und fixem Lohn ist es vielleicht gar nicht so einfach zu verstehen, warum „Tip Money“ in meiner Branche so wichtig ist. Zwar ist der Lohn in der Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern oftmals besser, aber vor allem in der Dienstleistungs- und Unterhaltungsbranche gibt es da eine recht grosse Grauzone, in der die meisten eher im Bereich „knapp“ als „drüber“ ihre Brötchen verdienen. Jeder, der schonmal in der Gastronomie gejobbt hat weiss, wie dankbar man für alles ist, was über den Stundenlohn hinaus geht.

Im ersten Artikel der Reihe haben wir die Impfmentalität in der Schweiz genauer unter die Lupe genommen. In diesem Artikel soll es nun um die Sicht der Israeli auf die Impfsituation in ihrem Land gehen. Von Sofia Thai und Noëmi Blättler

In Israel wurden schon rund 10 Mio. Impfdosen an die Bevölkerung verabreicht, wobei 62% der Israeli schon doppelt geimpft sind (Stand: 30. April 2021, Ritchie et al., 2021). Alle Restaurants haben offen und Anlässe im Freien mit bis zu 10’000 geimpften Personen sind erlaubt. Die israelische Regierung diskutiert nun, ob die Maskenpflicht auch in Innenräumen aufgehoben werden soll.

Israel ist der Schweiz sowohl in der Impfkampagne wie auch auch in der Einführung vom Impfpass meilenweit voraus. Doch wie ist die Stimmung der Bevölkerung in beiden Ländern? Von Noëmi Blättler und Sofia Thai

Impfung – ein Thema, das seit der Erfindung des ersten Impfstoffs gegen die Infektionskrankheit Pocken immer wieder strittig diskutiert wird. Die Bekämpfung der Pocken durch Impfung wurde zum Vorbild für einen weiteren Umgang mit Infektionskrankheiten. Trotzdem wird die Sicherheit der Impfung seit den letzten Jahren immer mehr diskutiert.

Vom Steinenberg, über die Holzrampe, durchs Fenster, direkt hinein ins Schwimmbad von São Paolo. Von hier aus kann in die „Access for all“ Ausstellung im S AM Schweizerischem Architekturmuseum eingetaucht werden. Fotografien, Filmbeiträge, Architekturpläne, Zeichnungen, Modelle und Interviews zeigen hier die sozialen Infrastrukturen São Paulos. Von Sarah Sauter

Tritt man durch den massiven Vorhang, findet man sich auf der Strasse São Paolos wieder. Links und rechts ragen «die Gebäude» auf und am anderen Ende sieht man schon die Menschen, welche weiter in Richtung Innenstadt laufen. So wirkt es jedenfalls. Der Raum scheint sich durch den strassen-ähnlichen Aufbau und durch das Bild am anderen Ende des Raumes unendlich zu erweitern und wird zu einem direkten Weg hinein in die Megacity.

Der sprunghafte Anstieg von Flüchtlingen, die 2015/16 in die EU kamen, hat diverse Mängel im europäischen Asylsystem offen gelegt. Im Dezember 2018 war ich zwei Wochen im Nordwesten von Bosnien-Herzegovina, um mir persönlich ein Bild der Folgen dieser verfehlten Migrationspolitik zu machen. Von Nils Wenzler

Velika Kladuša ist eine kleine Stadt im Nordwesten von Bosnien-Herzegowina. Sie ist eine von mehreren Städten im Balkan, wo sich die verfehlte Migrationspolitik Europas exemplarisch zeigt. Eine grosse Zahl von Schutz suchenden Personen sind hier gestrandet, in der Hoffnung eines Tages in der EU Asyl zu beantragen.

Die von der Forschungsgruppe ‘Datenbanken und Informationssysteme’ entwickelte GoFind!-App lädt ein zu einer Zeitreise. Möglich machen das raffinierte Suchsysteme, die Bilder der Vergangenheit zurück in die Gegenwart holen. Von Anniina Maurer

In der Zeit zurück zu reisen und das historische Basel zu erleben, das wünschen sich wohl so einige. Begnügen müssen sie sich aber mit Quellen, welche die Geschichte der Stadt festhielten. Glücklicherweise gibt es davon einige. Die Bilder, Pläne und Aufnahmen liegen jedoch irgendwo in Bibliotheken oder Archiven und müssen auch dort entdeckt werden. Was aber, wenn Quellen direkt vor Ort abrufbar wären? Dort, wo sie früher entstanden? Die GoFind!-App soll das möglich machen. Sie erlaubt den Nutzenden, historische Ansichten unterwegs zu betrachten. Dank Augmented Reality fügen sich die Darstellungen in die gegenwärtige Umgebung ein und zeigen, wie derselbe Standort früher aussah.

Snowboarderin Jessica erzählt, wie sie ihren Traum zum Beruf macht und gleichzeitig auf Nichts verzichten muss. Leistungssport und Studium lassen sich unter ein Hut bringen und es macht verdammt viel Spass! Von Tomas Marik

Jessica Keiser ist eine professionelle Snowboardfahrerin. Sie hat eine sehr erfolgreiche Wintersaison hinter sich. Sie repräsentierte die Schweiz in der Disziplin Snowboard Alpin bei den Weltmeisterschaften in Slowenien und konnte sich zweimal unter den Top 15 platzieren. Jetzt, wo der Winter vorbei ist, schaut sie zurück auf ihre Saison und erzählt von den Herausforderungen, die der Spitzensport und das Studieren mit sich bringen.

Liebe Damen, ich muss jetzt mal was klarstellen:
„Ihr seid in meinem Job oft viel mühsamer als Männer.“
Von Amber Eve

„Waaaas?“, sagst du jetzt. „Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Schliesslich musst du ja sonst immer für betrunkene Rüpel tanzen, die hässlich und schwanzgesteuert sind, und keinen Respekt vor dir haben. Frauen sind da doch sicher viel besser!“ Und da fängt das Problem schon an.
Zum Einen ist es mir relativ egal, wie attraktiv meine Klienten sind – um in Kontakt zu treten spielt es für mich keine Rolle, ob dir Haare aus den Ohren wachsen oder nicht. Zum Anderen ist es gerade bei besonders attraktiven Männern (und Frauen) etwas schwieriger, Respekt einzufordern: „Weisst du Baby, eigentlich habe ich das hier gar nicht nötig. Ich kann jederzeit haben, was ich will, denn ich sehe toll aus und alle stehen auf mich. Eigentlich solltest du mich zahlen, hahaha.“ Super für dich, aber ich gehe auch nicht in den Supermarkt und beschwere mich, dass ich hier für Lebensmittel zahlen muss, wo ich sie doch bei Mutti einfach so aus dem Kühlschrank nehmen kann. Du hast dich in ein Setting begeben, wo du eine Dienstleistung in Anspruch nimmst, und das kostet nun mal Geld – und ein gewisses Mass an Respekt.

Sie sind aktuell in aller Munde, bei einigen höchst wohlwollend, bei anderen mit grosser Abneigung: die Verschwörungstheorien. Doch wovon sprechen wir eigentlich, wenn wir diesen Begriff verwenden? Ein Erklärungsansatz nach Michael Butter. Von Lisa Kwasny

Menschen in deinem Umfeld erwähnen in einem Nebensatz plötzlich, dass die Coronazahlen möglicherweise gefälscht sind? Jemand hat auf deine Hauswand «Plandemie» geschrieben? Oder deine Mutter leitet dir Telegram-Nachrichten weiter, welche «beweisen», dass Impfen unfruchtbar macht? Diese Erfahrungen teilen aktuell viele Menschen. Die Corona-Pandemie hat das Gros der Verschwörungstheorien von den Rändern der Gesellschaft in die Mitte zurückgeholt. Doch warum?

In einer Zeit, wo die Russische Föderation zehntausende Soldaten an der ukrainischen Grenze sammelt, konnte die Explosion eines tschechischen Munitionslagers aufgeklärt werden. 2014 explodierte das Munitionslager in Vrbĕtice (Deutsch: Wirbietitz), dabei starben zwei Menschen. Heute Abend wurde von der tschechischen Regierung bekannt gegeben: Hinter der Explosion steckten russische Agenten. Womöglich sogar dieselben russischen Agenten, die hinter dem Giftanschlag auf Sergei Skripal stehen. Von Tomas Marik

Am 16. Oktober 2014 explodierte im Munitionslagerkomplex Vrbĕtice das erste Munitionslager mit der Nummer 16, am 3. Dezember desselben Jahres explodierte das zweite Munitionslager mit der Nummer 12. Der Komplex wurde von der Firma Imex Group aus Ostrava angemietet.[1] Von den beiden Explosionen waren insgesamt 1329 Hektar Land betroffen. Obwohl man damals nicht vom Zufall, sondern von einer Fremdeinwirkung ausging, war noch niemandem klar, dass heute (17.04.2021) der tschechische Premier Minister Andrej Babiš (ANO 2011) und der Vizeminister, der Minister für innere Angelegenheiten und zur Zeit auch der Aussenminister Jan Hamáček (Sozialdemokraten) den russischen Militärnachrichtendienst GRU (Glawnoje Raswedywatelnoje Uprawlenije) dafür verantwortlich machen werden. Dies geht aus den Untersuchungen des tschechischen Sicherheitsdienstes hervor.

Der Osteuropahistoriker Karl Schlögel über Putin, Propaganda und die Rolle des Historikers im öffentlichen Diskurs. Von Oliver Sterchi und Luca Thoma

Herr Schlögel, die Spannungen zwischen Russland und dem Westen nehmen seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise 2014 beständig zu. Russlands militärisches Eingreifen in Syrien trägt Zeichen eines Stellvertreterkrieges. Befinden wir uns in einem neuen Kalten Krieg?

Ich denke, dass die Bezeichnung Kalter Krieg hier nicht zutrifft. Mit dem Begriff des Kalten Krieges bezeichnete man die symmetrische Opposition zweier Supermächte, namentlich der USA und der Sowjetunion. Diese Symmetrie erzeugte eine Art Gleichgewicht des Schreckens und machte die Lage somit berechenbar. Was wir heute haben, ist eine völlig andere Situation. Die Welt ist nicht mehr bipolar, sondern multipolar. Es gibt heute mehrere Machtpole, was die Lage viel komplexer und unübersichtlicher macht. Ich möchte betonen, dass es sich dabei um eine gänzlich neue Situation handelt. Deshalb halte ich die Rede von der Rückkehr des Kalten Krieges nicht für angemessen.

Unrealistische Vorstellungen in unseren Köpfen verhindern beim Klimaschutz den Blick aufs Ganze. Von Servan Luciano Grüninger

Vorgefasste Meinungen führen uns oft in die Irre. Das gilt besonders für ein Thema wie den Klimaschutz, der seit Jahrzehnten von verschiedenen wissenschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Akteuren bearbeitet wird. Dementsprechend viele irreführenden Behauptungen und Vorstellungen haben sich mittlerweile in den Köpfen der Menschen festgesetzt.

WGs sind unter Studierenden beliebt, denn sie sind günstig und bieten Gesellschaft. Letztes Jahr rückten diese Argumente allerdings in den Hintergrund, denn Corona veränderte die Wohnbedürfnisse grundlegend. Gerade den neuen Anforderungen des Studentenlebens scheint die WG nicht immer gerecht zu werden. Von Anniina Maurer

Mit dem Studium beginnen und von Zuhause ausziehen – das gehört für viele Studierende zusammen. Nicht selten begeben sie sich dann auf die Suche nach einer für sie passenden WG. Das Zusammenleben mit anderen hat schliesslich so manchen Vorteil, macht Spass und ist günstig.

„Nee, aber mal im Ernst, ist das dein richtiger Name?“ Von Amber Eve

Mein richtiger Name ist in einem Stripclub genauso wichtig wie deiner – wahrscheinlich habe ich letzteren deshalb auch schon wieder vergessen. Schließlich geht es hier vorsätzlich darum, in einer rot beleuchteten Traumwelt ein Abenteuer zu erleben. Gespräche gehören da natürlich auch dazu – aber warum glaubst du, dass ein gutes Gespräch erst möglich ist, wenn du Eva statt Amber zu mir sagst? Weil es dir das Gefühl gibt, eben nicht in einer Traumwelt zu sein. Sondern dass das hier ganz real ist. Mein Name, meine Brüste, der Drink, den du mir gerade zahlst, und mein Interesse an dir, mein Lachen, wenn du einen mittelmässigen Witz machst. Es führt dazu, dass du dich besonders fühlst. Du bist der Auserwählte, der einen so guten Draht mit der Stripperin aufbauen konnte, dass sie dir ihr Herz öffnete und ihren richtigen Namen verriet. Du bist etwas Besonderes, du hast Tiefgang und bist nicht so oberflächlich und lächerlich wie alle anderen hier drin.

Twitter ist seit den Wahlen in den USA von 2016 und insbesondere seit den Ereignissen um die Wahlen 2020, den Massnahmen des Konzerns bezüglich des Accounts @realdonaldtrump, den Sturm auf das Kapitol und die daraus resultierenden Debatten aus dem öffentlichen Diskurs nicht mehr wegzudenken. Von Nicolas Neuenschwander

Twitter wurde im März 2007 unter dem Management von Jack Dorsey erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.[1] Seitdem hat sich Twitter Inc. immer stärker in unserem alltäglichen Leben verankert. Besonders in der politischen Sphäre kann die Signifikanz der Plattform nicht länger ignoriert werden.

Der Übergang vom Studium ins Berufsleben ist eine aufregende und wichtige Phase in unserem Leben. Für Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer gibt es jedoch oft viele Hürden zu überwinden. Von Saida Tron

Im September 2020 war es endlich so weit: Bei einer wegen Corona etwas abgespeckten Diplomfeier wurde mir und anderen Absolventen der Uni Basel der Titel «Master of Arts» verliehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele meiner Kollegen längst einen krisenfesten Plan für ihre berufliche Zunft geschmiedet (z.B. Lehrer werden).

Die meisten Schweizer Universitäten, inklusive die Universität Basel, arbeiten mit der Stiftung „Fondation Zdenek et Michaela Bakala“ zusammen. Dabei hat das tschechische Gericht unter Würdigung der gegebenen Umstände entschieden, dass es gerechtfertigt ist, den Gründer der Stiftung, Herrn Zdenek Bakala, als einen Gauner zu bezeichnen. Von Tomas Marik

Wer ist Zdenek Bakala?
Der tschechische Investor Zdenek Bakala besitzt laut Forbes eine dreiviertel Milliarde Schweizer Franken. Er wohnt in der Schweiz und ist ein Mitbesitzer des Eishockeys Teams Lausanne HC. Aus seinem Heimatland flüchtete er 1980 vor dem Kommunismus in die USA und studierte unter anderem an der University of California. Später arbeitete er bei der Credit Suisse. Nach der Samtenen Revolution kehrte er zurück nach Prag, um mit seinem marktwirtschaftlichen Wissen eine Investmentgesellschaft zu gründen, die er später verkaufte.

Die Schönheit ist Lust und Last des weiblichen Geschlechts. Was Spielwiese der eigenen Entfaltung sein könnte, ist eher Schlachtfeld der gesellschaftlichen Normen. Unerreichbare Ideale halten die verunsicherte Frau gefangen in einer Endlosschleife aus Versuchen und Versagen. Zeit, unsere Vorstellung von Schönheit selbst in die Hand zu nehmen. Von Jacqueline Fischer

Das siebzehn-jährige Ich, vor dem Spiegel: Der kritische Blick bleibt dort hängen, wo sich die Oberschenkel wie weiche Kissen aneinanderschmiegen, dort, wo eigentlich eine luftige Lücke sein sollte. Die Oberschenkel sind zu dick, denkt das Ich. Der Bauch? Zu dick. Die Brüste? Zu klein. Und dann wandert der Blick weiter nach oben, ins Gesicht. Er begutachtet die Nase, von vorne und im Profil und obwohl das Ergebnis immer dasselbe ist, ist es doch erschreckend: da sitzt eine Kartoffel im Gesicht. „Un patatino“, wie der Italienischlehrer einmal sagte. Kartoffelig rund sind auch die Backen. Von kantigen Wangenknochen keine Spur. Das Ich steht oft so vor dem Spiegel. Es stellt sich täglich auf die Waage. Verzichtet auf Essen, macht sich Wochenpläne, zählt Kalorien. Manchmal, wenn es schwach wird, isst es übermässig viel, stopft alles in sich hinein, was es finden kann. Das macht es heimlich, oft über mehrere Tage, Wochen oder Monate hinweg. Dann schämt und verkriecht es sich. Im Sommer nur lange Hosen, weite Shirts. Wenn andere baden gehen, geht es nach Hause.

Eine Sexarbeiterin erzählt von ihrem Alltag im Stripclub, von respektvollen und nicht ganz so respektvollen Kunden und wie sie durch ihren Job zu neuem Selbstbewusstsein fand. Von Amber Eve

„Ja, aber… du verkaufst ja deinen Körper.“

Ich habe Sophia soeben erzählt, dass ich als Stripperin arbeite. Wie die meisten Frauen reagiert sie darauf mit einer sonderbaren Mischung aus Faszination und Abscheu. Ich atme tief ein und aus. Schon so oft habe ich diesen Satz gehört oder im Zusammenhang mit meinem Job gelesen, und finde ihn… schwachsinnig. Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, war mein Körper nämlich noch da und ich konnte frei darüber bestimmen, was ich damit mache, vor wem, und wie lange. Und für wieviel Geld.

Die Fas(t)nacht ist eine der faszinierendsten Festlichkeiten überhaupt. Gemeinhin bekannt: dass sie die Welt kopfüber stellt. Was aber, wenn die Welt schon kopfsteht? Ein Essay über die kritische Funktion der Fas(t)nacht und deren Entwicklung. Von Léonard Wiesendanger

Die Fastnacht, ursprünglich eine christliche Festivität vor Anbruch der Fastenzeit, ist ein Fest, das mit der öffentlichen Ordnung in besonderem Masse bricht. Sie ist mehr als eine einfache Ausseralltäglichkeit, denn sie geht ihren alltäglichen Gegensatz, den Status Quo, gerade auch den politischen und religiösen, spottend frontal an. Wie kein anderes gesellschaftliches Fest steht sie deshalb zur gesellschaftlichen Ordnung in Opposition.

Der Hype um das aufkommende Forschungsgebiet der Neurowissenschaften – Neues Wissen, neue Techniken, neue Verfahren. Was bieten neue Therapietechniken wie Neurofeedback wirklich? Eine Analyse am Beispiel der Schizophrenie. Von Anja Blaser

Neuro-Was? Neurowissenschaften ist vielen noch ein Fremdwort. Nach und nach nimmt dieser Begriff, welcher die naturwissenschaftlichen Forschungsbereiche rund um Aufbau und Funktionsweise von Nervensystemen bezeichnet, an Bedeutung zu und mit ihm auch die Wichtigkeit der neusten Technologien und Verfahren aus dieser Disziplin. Dazu gehört auch das Neurofeedback.

In der modernen Berufswelt müssen wir viele Entscheidungen treffen, was aufregend sein kann, manchmal aber auch ganz schön einschüchternd. Von Vanessa Thai

In der sich heutzutage schnell verändernden Arbeitswelt mit ihren immer neuen Herausforderungen fühlt man sich nicht allzu selten als junge Erwachsene oder junger Erwachsener überfordert. Dies vor allem beim Übergang von der Komfortzone Universität in das Ungewisse. Nicht umsonst wird Student/innen geraten, während dem Studium bereits praktische Erfahrungen zu sammeln, damit man nicht nur mit theoretischem Wissen versucht, eine Stelle anzutreten. Die absolute Jobgarantie hat man aber nie, egal wie gut man sich vorbereitet. Deswegen gibt es theoretisch eigentlich immer Luft nach oben mit Weiterbildungen, anderen Studiengängen etc. 

Fast jeder hat den Namen Jacob Burckhardt schon mal gehört…Wirklich etwas damit anfangen, können aber nur wenige. Von Sophie De Stefani

Jede*r Geschichtsstudent*in in Basel wird eher früher als später den Namen Jacob Burckhardt zu hören bekommen. Der Geschichtsprofessor scheint für die Uni von grosser Bedeutung zu sein, und dies verwundert nicht, kennt man Jacob Burckhardt ja vor allem als „Erfinder der Renaissance“. Er flösste dem bis anhin kunstgeschichtlichen Begriff die Bedeutung ein, mit der wir ihn heute assoziieren: der Beginn des Individualismus, die Rückbesinnung auf die Antike und der Wandel des urbanen Lebens. Sein 1860 erschienenes Buch „Die Kultur der Renaissance in Italien – Ein Versuch“ gilt heute noch als Standardwerk für die Renaissance.

Die derzeit oft gesehenen Demonstrationen von sogenannten Coronaleugner*innen kommen mit einer gewissen revolutionären Symbolik daher. Im Anschluss an unseren letzten Beitrag stellt sich nun denn die Frage: Lassen sich die Protestbekundungen gegen die Coronamassnahmen als zivilen Ungehorsam verstehen? Und wenn ja, sind sie deshalb legitim? Von Lisa Kwasny

Es ist eine gruselige Formation, die hier durch Bern zieht. Menschen in weissen Schutzanzügen und mit Masken trotten durch die Innenstadt. Aus einer Stereoanlage klingt eine blecherne Stimme. «Unser Atem tötet. Sicher bist du nur in der Isolation. Fügt euch der Normalität. Verratet eure Nachbarschaft. Maskenpflicht ein Leben lang. Umerziehungslager für Maskenverweigerer.» Dass diese Aktion an die Dystopie «1984» von George Orwell erinnert, scheint gewollt. Die Kommentare auf YouTube weisen darauf hin, dass das die Zukunft sein werde, wenn man nicht aufpasst. Es ist offensichtlich: Das ist eine Protestaktion von Coronaleugner*innen. 

Ziviler Ungehorsam. Dem Begriff schwingt ein Hauch Revolution mit. Er ruft Bilder hervor, von Protesten, Plakaten und emotionalen Reden; Martin Luther King, Aktionskunst, Pussy Riot, Gandhi, Klimajugend und Menschen, die sich von der Polizei wegtragen lassen. Doch was davon ist wirklich ziviler Ungehorsam? Und was wäre es, wenn es kein ziviler Ungehorsam ist? Von Lisa Kwasny

Der Begriff «ziviler Ungehorsam» sagt schon einiges über sein Wesen aus. Es soll ein anständiger Ungehorsam, ausgeführt von Einwohner*innen eines Staates, sein. Man begegnet dem Begriff ‘zivil’ auch im Wort ‘Zivilisation’ oder im ‘zivilisierten Verhalten’. Ungehorsam bezeichnet die Praxis, durch die bewusst gegen bestehende Normen gehandelt oder Gesetze gebrochen werden. ‘Ziviler Ungehorsam’ scheint eher ein seltsames Wortpaar zu sein, wenn man genauer darüber nachdenkt. Wie kann ein Gesetzesbruch anständig sein, wenn doch die Gesetzestreue als Grundvoraussetzung des anständigen Bürgers gilt?

Hast du schon einmal von Noel Baba gehört? Oder warst du einmal mit einem Karpfen in der Badewanne baden? Weihnachten werden überall auf der Welt unterschiedlich gefeiert, vielleicht findest du hier deine neue Weihnachtstradition! Von Vanessa Thai, Irem Neseli und Tomas Marik

Japanische Weihnachten

Wenn du Weihnachten auf die japanische Art feiern möchtest, dann solltest du dich nicht etwa auf christliche Dekorationen einstellen, sondern auf fettige Finger und ganz viel Romanze. Wieso? Weil in Japan nämlich nicht die religiöse Seite gefeiert wird, sondern die kommerzielle Seite von Weihnachten: Essen, Feiern, Beleuchtungen usw. Denn der Anteil an Christen in Japan beträgt nur etwa 1%.  Deshalb wird Weihnachten dort nicht als Feiertag gezählt. Dennoch verfehlt es nicht ihre magische Wirkung, die sie vom Westen übernommen haben.

Sprechen wir über die weihnachtliche Bescherung, an der wir jedes Jahr teilhaben. Die Christen haben es erfunden, wir dürfen heute damit leben. Wir sagen Danke! Von Léonard Wiesendanger

Wer liebt es nicht, das Fest der Liebe? Die Geburt Jesu ist zwar vergessen (das ist nicht weiter schlimm), das Weihnachtsfest lebt sich aber fröhlich fort. Wir gehen längst nicht mehr zur Messe und besingen dieser Tage auch keine heilige Nacht. Stattdessen erfreuen wir uns des musikalischen Klimbims einer Weihnachtspop-Playlist von Spotify: eingängige Melodien, ein monoton auf das Trommelfell hämmernder Viervierteltakt und verzierende Schlittenglöckchen fürs Ambiente, Texte über Weihnachtsfreude und Liebe, so farblos wie der Schnee, der gleichfalls besungen wird. Von der Bibelgeschichte geblieben: ein Sternschnuppenmotiv auf den Fenstern und Balkonen mancher Leute. 

Keine Massenarbeitslosigkeit, sondern Jobpolarisierung und individualisierte Lebensumstände. Wie der technologische Wandel unsere Arbeitswelt verändert und warum das bedingungslose Grundeinkommen keine Universallösung ist. Von Remo Agovic und Guido Baldi

Der Prozess der Automatisierung und Digitalisierung schreitet mit rasantem Tempo voran. In der öffentlichen Diskussion werden neben utopischen Visionen einer arbeitsfreien Zukunft auch düstere Zukunftsbilder gezeichnet. In den Medien lassen sich immer wieder Titel finden wie „Roboter nehmen uns die Arbeit weg: Müssen wir sie bekämpfen?“ oder „In 25 Jahren werden 47 Prozent der Jobs verschwunden sein – und auch eurer ist nicht sicher.“ Oft wird argumentiert, dass als Folge einer drohenden Massenarbeitslosigkeit ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt werden soll – also ein fester und für alle gleicher Betrag, den alle erwachsenen Individuen ohne Bedingungen und Kontrolle erhalten. Doch droht überhaupt eine Massenarbeitslosigkeit? Und ist ein bedingungsloses Grundeinkommen ein geeignetes Mittel dagegen?

Covid-19 hat unser aller Leben verändert. In der gesellschaftlichen Debatte über die psychisch-gesundheitlichen Folgen der Pandemie gehen Studierende oft vergessen. Wir geben drei Studierenden eine Stimme, die 2020 viel zu kämpfen hatten und ihre gegenwärtige Situation reflektieren. Von Tomas Marik

Das Jahr 2020 neigt sich langsam dem Ende zu. Impfung, Risikogruppe, Wuhan, Fallzahlen, Bergamo, „nur eine Grippe“, Maskenpflicht, Massnahmen und Verbot sind nur ein paar Schlagwörter, die sich wohl für eine lange Zeit in unser Bewusstsein eingebrannt haben. In der Mitte all dieser Begriffe steht Corona / Covid-19, ein Virus, der das Leben aller verändert oder auch beendet hat.

Wir verbringen die meiste Zeit im Studium damit. Nichts fasst unsere Studienzeit besser zusammen. Eine Selbstverständlichkeit. Hinter ihrem Schleier gewinnt im Kontext der medialen Umwälzung ein kleines Wörtchen an Profil. Von Léonard Wiesendanger

lesen ist ein unscheinbares Wort, klein und alltäglich. Ebenso unscheinbar ist die Praxis, die wir Lesenden mit dem Wort verbinden. lesen ist im doppelten Sinne alltäglich: dass wir weder Wort noch Tätigkeit zur Kenntnis nehmen. Im Studium nehmen wir das Wort lesen so hin, wie die Erwartung der Dozierenden diesen oder jenen Text auf nächste Woche … zu haben, in derselben unscheinbaren Weise wie Du diesen Text …, beiläufig und ohne einen weiteren Gedanken.

Wenn du Dschungel, Weihnachtskitsch und Tradition suchst und du schon immer eine fremde Sprache im Sportstudio lernen wolltest, dann bist du in Krakau richtig! Ein Erfahrungsbericht darüber, wie man sich während eines Erasmusaufenthaltes zu Hause fühlen kann. Von Nicole Traber und Marion Florianne Knöpfel

Unser drittes Semester im Master sollte für uns ein ganz besonderes werden – wir hatten uns für einen Auslandaufenthalt in Krakau an der Universität Jagielloński entschieden. Die Universität, welche im Jahre 1364 gegründet worden war und somit zu den ältesten Europas zählt, besuchen ungefähr 40`000 Studierende – also eine Vielzahl mehr als wir es von Basel gewohnt sind.

Gedichte sind mehr als die verstaubte Maturalektüre, die man Wort für Wort analysieren musste. Ein Liebesbrief an die Poesie. Von Sophie De Stefani

Poesie. Keine andere Kunstform lässt so tief in das Innenleben des Künstlers blicken wie du. Mit dir entblösst er sich vor der Welt, lässt uns an seinen intimsten Gedanken teilhaben, wenn er über die Liebe, den Tod oder die Einsamkeit schreibt.

Der Jetzt-Zeit Blog meldet sich nach einer etwas längeren Pause zurück mit der einen oder anderen Neuerung!

Hier die Auswahl an Leckerbissen: neues Logo, Präsenz auf Social Media (Facebook und Instagram) und – ganz wichtig! – in Zusammenarbeit mit dem Verein Reatch. Genannter nimmt sich zum Ziel, den wissenschaftlich-gesellschaftlichen Austausch zu fördern. Reatch betreibt mitunter einen Blog, auf welchem die von uns geschriebenen Artikel in Zukunft willkommen sind, vice versa finden ihre Artikel auf unserem Blog ein Zuhause. Unsere geschätzten Leser*innen erwartet somit eine breitere Palette von Artikeln, unsere geschätzten Schreiber*innen dürfen wiederum auf eine höhere Leserzahl hoffen.

Es gibt Dinge, die sollte man im Seminar besser nicht sagen. Wir haben ein paar davon zusammengetragen. Von der Redaktion

Mit den mündlichen Beiträgen in den Seminaren am Histi ist es ja so eine Sache: Viele Leute sagen prinzipiell gar nichts. Nie. Sie verschanzen sich hinter ihren Laptops und man fragt sich, ob sie überhaupt wissen, in welcher Lehrveranstaltung sie sich gerade befinden. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen KommilitonInnen mit einem ausgeprägten Mitteilungsbedürfnis. Sie haben immer etwas zu melden. Mit besonderer Vorliebe führen sie eine geisteswissenschaftliche Autorität an, die ihrem an sich schwachen Argument den Anschein von geistigem Tiefgang verleihen soll («Mit Foucault könnte man sagen…»)

Studieren ist nicht gleich Studium und will gelernt sein. Eine paar Gedanken zum neuen Semester. Von Léonard Wiesendanger

Ich habe Schiller gelesen. Eine akademische Antrittsrede. Wer sich für sie interessiert, bitte, sie liest sich gut und schnell; die Rede soll mir hier nur als Einstieg dienen: weil ich aber weder Philosoph noch thätiger Weltmann bin und mir meine edle Wißbegierde leider nicht selten abhandenkommt, damit auch mein Zugang zu den reichen Quellen edelsten Vergnügens, schreibe ich hier keine Antrittsrede, sondern belasse es bei einem Versuch. Dieser darf gerne halbherzig sein. Unzulänglichkeiten sind seine Form.

Ein Auslandsemester ist nicht immer eitel Sonnenschein, vor allem in der süditalienischen Metropole Neapel. Toll war’s trotzdem. Von Carina Basig

Napoli sehen und sterben. Wer die Stadt besucht, wird schnell merken, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, dieses Zitat auszulegen. Man kann in Frieden sterben, weil man die Stadt gesehen hat und es auf der Welt nichts Schöneres zu sehen gibt. Oder aber man stirbt, weil man sich die Stadt ansieht und dabei von der Mafia erschossen oder von einem Motorrad überfahren wird. Beides scheint mir realistisch.

Verschwörungstheorien sind im Trend. Noch trendiger sind ihre Vertreter wie beispielsweise der Historiker und selbsternannte Friedensforscher Daniele Ganser. Der Versuch einer Annäherung an das Phänomen und ein Plädoyer dafür, sich ab und an mit Verschwörungstheorien zu beschäftigen. Von Mara Dieterle

Sie sind ein weites Feld, die Verschwörungstheorien. Und sie sind ein Minenfeld. Trotzdem ist es wert, sich ab und an vertiefter mit ihnen auseinanderzusetzen. Seit einiger Zeit (sogar seit einigen Jahren) mache ich in meinem persönlichen Umfeld immer wieder Erfahrungen, die mein Interesse an dieser Thematik wecken.

Der renommierte Journalist Jan Wehn hat gemeinsam mit seinem Kollegen Davide Bortot in einem umfangreichen Oral-History-Projekt die Geschichte des deutschsprachigen Raps aufgearbeitet. Das Buch wurde zum Kassenschlager. Von Luca Thoma

«Könnt ihr uns hören?» rekapituliert mit zahlreichen Gesprächspartnern die Geschichte von deutschsprachigem Rap in Interviewform. Das Buch wurde wider Erwarten zu einem grossen Erfolg und schaffte es auf die SPIEGEL-Bestseller-Liste. Gemeinsam mit vielen Rappern, die im Buch zu Wort kamen, tourten Wehn und Bortot, seines Zeichens ehemaliger Chefredaktor des führenden Branchen-Magazins JUICE, auf einer Lese-Tournee durch Deutschland.

Was haben das Mensa-Aufräumsystem mit der katalonischen Sezession und der UB-Kaffee mit einer Socke zu tun? Lest selbst. Von Luca Thoma

Wer in den letzten Monaten sein oder ihr Mittagsmahl in der Mensa genossen hat, der wird sich über die Menschenaufläufe beim Ausgang gewundert haben. Was ist denn hier bloss los? Hat sich der katalonische Sezessionskonflikt auf die Mensa ausgeweitet? Wird für einen nüchterneren Schreibstil in der SV-Menübeschreibung demonstriert?

Der politische Philosoph Mikhail Minakov über Modernisierung und Demodernisierung in OsteuropaVon Oliver Sterchi und Luca Thoma

Die Post Colonial Studies beschäftigen sich meist mit Afrika, Lateinamerika oder Asien. In den letzten Jahren haben verschiedene Osteuropahistoriker versucht, das Konzept auch auf das östliche Europa anzuwenden. «Osteuropa» wird dabei weniger als fixer geographischer Raum verstanden, sondern vielmehr als eine bestimmte Ausprägung von historischen Erfahrungen.

Die Entstehungsgeschichte der Basler Wohngenossenschaft Gundeldingen. Von Sarah Leonie Durrer

Die Basler Wohngenossenschaft Gundeldingen erstrahlt nach einer umfassenden Fassadenrenovation wieder im ursprünglichen Rotton ihres Gründungsjahres 1926. Die rote Farbe, die mäanderartige Struktur des um zwei Höfe angelegten Baus und die als klein wahrgenommenen Fenster trugen der Genossenschaft in der Basler Bevölkerung den Namen «Sing-Sing» nach dem gleichnamigen Gefängnis in den USA ein.

Von Veränderungen im Schweizer Wahlkampf. Von Nicolas Neuenschwander

Wir werden in der Schweiz bald ein neu zusammengesetztes Parlament bekommen, dies geht natürlich mit einem langen Wahlkampf einher. Doch dieses Jahr konnten verschiedene Veränderungen festgestellt werden, die in ihrer Art für die Schweiz sehr ungewöhnlich sind. Vor allem in den Plakatkampagnen der verschiedenen Parteien gab es dieses Jahr deutliche Unterschiede zu vergangenen Jahren. Diese Unterschiede sollen nun näher analysiert werden.

Über die akademische Viertelstunde. Von Tomas Marik

Vielen Erstsemestrigen ist es sicher schon einmal passiert. Man geht in der ersten Woche seines Studiums zur Vorlesung oder ins Proseminar, und wenn dann endlich der richtige Raum gefunden wurde, ist niemand da. Verunsichert kontrolliert man noch den eigenen Stundenplan, um sich zu vergewissern, ob es doch der richtige Raum ist. Doch bald kommen schon die ersten Studierenden, und man kann sich erleichtert, und noch ein wenig schüchtern, in die letzte Reihe setzen.

Die Öffnungszeiten der Unibibliothek sind eine Zumutung. Es wird Zeit, das Modell grundsätzlich zu überdenken. Von Oliver Sterchi

Wer schon ein bisschen länger Geschichte studiert, der weiss: Die Universitätsbibliothek ist der Dreh- und Angelpunkt des universitären Lebens. Während Erstis mit überfüllten Stundenplänen von einem Proseminar zum nächsten rennen, sitzen fortgeschrittene BA- und MA-Studierende vornehmlich in der Bib. Dort werden Arbeiten geschrieben, Bücher gelesen, Gedanken ent- und verworfen, Vorträge vorbereitet — kurzum: In der Bibliothek findet die Denk- und Schreibarbeit statt, die für das Studium an einer humanwissenschaftlichen Fakultät zentral ist.

Überlegungen zur Verwendung des generischen Femininum in schriftlichen Arbeiten – einige Argumentationslinien. Von Florian Zoller und Christina Zinsstag

Mit dem generischen Femininum ist die konsequente Verwendung des weiblichen statt des männlichen Substantives in Texten gemeint. Dies soll nicht heissen, dass männliche Nomen verweiblicht werden (etwa statt „der Roboter“ „die Roboterin“), sondern, dass beispielsweise bei Berufsbezeichnungen nicht nur die männliche, oder die weibliche und die männliche Form, sondern ausschliesslich die weibliche Form für alle Geschlechter verwendet wird. Dieser Artikel ist das Ergebnis einer schriftlich geführten Pro-und-Contra-Debatte zwischen den Autorinnen.

Auch literarische Texte bringen uns vergangene Lebenswelten näher. Doch was taugen sie in wissenschaftlicher Hinsicht? Von Sarah Durrer

Ein livrierter Liftboy und eine Fassade im modernen Sezessionsstil entführen Gäste des Hotels Savoy in Łódź auch heute noch in die Zwischenkriegszeit Polens. In einer ruhigen Seitenstrasse der geschäftigen Ulica Piotrkowska gelegen, bietet das Hotel Liebhabern originalgetreu eingerichteter Zimmer eine optimale Unterkunft. An die Zeit des Kabaretts Bi-Ba-Bo unter Mitarbeit von Julian Tuwim erinnert der heute zweckmässig eingerichtete Speisesaal jedoch nicht. Und dass das heute etwas verschlafene Hotel als Kulisse für einen spannenden Roman gedient hat, erschliesst sich dem heutigen Hotelgast auch nicht auf den ersten Blick.

In Nordmazedonien beschwört die Elite die vermeintliche antike Vergangenheit des Landes und baut die Hauptstadt um. Ob das gut geht? Von Tomas Marik

In letzter Zeit erleben wir immer häufiger, wie geschichtliche Fakten im öffentlichen Raum simplifiziert, umgedeutet oder sogar verfälscht werden. Es findet sich auch manch ein europäischer Politiker, der fordert, dass diese abstrusen Geschichtsauslegungen in den Schulunterricht eingebaut werden sollen. So äusserte sich Björn Höcke (AfD) zur deutschen Bewältigungspolitik: „Wir brauchen nichts anderes als eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad.“

Halb verfaulte Avocados im Spülbecken? Ach was! Das Leben in einem Studentenwohnheim macht trotzdem Spass. Von Carina Basig

Wie man sich das Leben im Studentenheim vorstellt: Chaotisch, schmutzig, laut. Der Chemiestudent tanzt in der Küche zwischen ungewaschenem Geschirr mit der eben neu eingezogenen, hübschen Asiatin. Ein paar Geisteswissenschaftler grölen auf dem Sofa und trinken Bier und der Jurist kontrolliert zum dritten Mal mit ungeduldigem Blick auf seine Uhr ob er sein Essen nicht doch jetzt schon aus der Mikrowelle holen kann, um diesem Irrsinn zu entfliehen. Irgendwo in einer Ecke sitzt schliesslich immer irgendjemand, der gerade erst frühstückt, während die anderen schon wieder feiern.

Die Uni hat sich der Gleichberechtigung verschrieben. Was Geflüchtete betrifft, ist sie jedoch noch weit davon entfernt. Von Fabienne Lehmann

Jeder hat das Recht auf Bildung». So steht es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948, Absatz 26. Dieser Grundsatz scheint selbsterklärend, ja in einem stabilen demokratischen Rechtstaat wie der Schweiz selbstverständlich. Doch kann die Universität Basel tatsächlich von sich behaupten, diesem Prinzip gerecht zu werden? Gerade den zweiten Teil dieses Absatzes, den ich im Folgenden noch erläutern werde, scheint die Uni Basel besonders im Umgang mit Geflüchteten mit akademischem Hintergrund keineswegs so umzusetzen.

In seinem Buch «Retroland» untersucht der Historiker Valentin Groebner verschiedene Formen von Geschichtstourismus. Ein Genuss. Von Luca Thoma

«Dieser Ort ist eine Zeitkapsel».[1] Tourismus boomt. Ein grosser Teil der Branche stützt sich auf Angebote, die vorgeben – einer Zeitkapsel ähnlich – Geschichte zu präservieren und den geneigten Besucher an authentische historische Orte zu führen, wo dieser in die Vergangenheit eintauchen darf.

Gedanken zur Extremisierung der Gesellschaft am Beispiel Amerikas. Von Nicolas Neuenschwander

Betrachtet man die Entwicklungen in den letzten Jahren, dann kommt man nicht umhin festzustellen, dass der politische Diskurs im Allgemeinen mit immer gewaltsameren Mittel geführt wird. Man kommt nicht umhin festzustellen, dass es bei allen grösseren Demonstrationen der letzten Zeit (Paris, Hongkong und allgemein in den USA) meist zu gewaltsamen Ausschreitungen kam. Gleichzeitig werden auch immer häufiger politische Meinungen, die nicht der moralisch akzeptierten Meinung entsprechen, unter Umständen mittels Gewalt unterdrückt. In diesem Text soll sich dieser Thematik anhand des Beispiels der Attacke gegen Andy Ngo in Portland am 29. Juni 2019 angenommen werden.