Gault Mensa: Staubtrockene Falafel und andere Monstrositäten

Eine Polemik gegen Mensa-Essen, das viel verspricht und wenig einhält. Von Luca Thoma

Wer kennt sie nicht, unsere liebe SV-Mensa an der Bernoullistrasse? Eines jeden Studenten Tagesablauf dreht sich schliesslich um das ausgedehnte Mittagsmahl. Und wenn der Magen knurrt, bietet sie sich oft als günstige und naheliegende Alternative an.

Architektonisch ist sie wahrhaft keine Perle, legendär sind dafür die unbezahlbaren Essensbeschreibungen: «Milder Braten vom Rind in seiner Sauce», «Mediterraner Steckrüben-Thymian-Risotto», «Sautiertes Filet vom Jungwels an einem überraschenden Morchel-Dressing auf erfrischendem Topinambur-Lauch-Gemüse».

Welcher PR-Schreiberling mag sich die wohl ausgedacht haben? Der einzige Haken: Nur selten halten die blumigen, appetitanregenden Texte das ein, was sie versprechen.

Kulinarischer Marsch durch das Ödland

Da wäre, an erster Stelle, die Falafel. Immer treu zur Stelle, wenn das beliebteste Mittagsmenü bereits aus ist, werden die erdfarbenen Bällchen begleitet von einer grosszügigen Schöpfkelle Couscous serviert. Am Tellerrand wird ein gefühlter Pippettenspritzer Joghurt-Sauce platziert.

Dieser Mangel an Joghurt ist die Ur-Sünde des Menü-Tellers, denn die Falafel und der Couscous sind in etwa so feucht und fluffig wie die Wüste Gobi. Ohne genügend Wasservorräte wird vor dem kulinarischen Marsch durch das Ödland dringend abgeraten.

Sie sind matschig, sumpfig und pampig wie die schottischen Highlands.

Ein weiteres Ärgernis, das kaum aus dem Mensa-Alltag wegzudenken ist, sind die «Kartoffelchips». Wer bei «Chips» an knusprige, fettige Erdapfel-Scheiben denkt, hat sich gehörig geschnitten.

Sie sind matschig, sumpfig und pampig wie die schottischen Highlands. Auch wenn die britischen Inseln dafür bekannt sind, kein Spürchen Esskultur zu haben, würde wohl selbst eine zweitklassige Frittenbude in einem Vorort von Aberdeen leckerere Chips auf den durchweichten Papp-Karton klatschen.

Ebenfalls unerträglich ist dieses «Gourmet»-System, das vor rund einem Jahr eingeführt wurde: Gegen den bescheidenen Aufpreis von zwei (!) Franken wird das Essen des geneigten Mensa-Gastes mit kulinarischen Extravaganzen wie etwa einem kümmerlichen Häufchen glasierter Zwiebeln – Kostenpunkt bei geschätzten fünf Rappen – verfeinert. Thanks for nothing!

Um zu einem versöhnlichen Abschluss zu kommen: danke, liebe Mensa, für unser täglich Mittagessen – aber bitte probiert die Speisen doch ab und an zuerst mal selbst aus, bevor ihr sie uns auftischt.

Bild: Typischer Falafel-Teller mit Couscous in der Uni-Mensa. Quelle: Oliver Sterchi

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