Wirbellos ist der zweite Roman des Schweizer Autors Giuliano Musio. Der 2019 erschienene Roman gehört vermutlich eher in die Sparte des Geheimtipps, doch wer auf der Suche nach ungewöhnlichen Plots ist, bei welchen man nicht weiss, wie diese enden, wird dieses Buch lieben! Von Sarah Kündig

Wirbellos ist die Geschichte über Martin Schwammer, der als Kind nicht lügen konnte und als Erwachsener nicht mehr aus dem Lügen herauskommt. Es ist eine Geschichte von Schuld, Sühne und Vergebung. Eine Geschichte, die vom Schicksal und vor allem vom Leben mit all seinen Umwegen und Abgründen erzählt. 

Die skuba, die studentische Körperschaft der Universität Basel, vertritt die Interessen der Studierenden an der Universität Basel auf offiziellem Weg. Da die skuba nicht allen ein Begriff ist, stellen wir die fünf Vorstandsmitglieder pünktlich zu Semesterbeginn vor. Von Léonard Wiesendanger

Der Vorstand ist die Exekutive der skuba und konstituiert diese zusammen mit dem Studierendenrat (Legislative) und den Fachgruppen. Er setzt sich aus fünf Vorstandsmitgliedern zusammen, die für je ein Ressort zuständig sind, die lauten: Inneres, Äusseres, Lehre und Qualitätssicherung, Soziales, Kultur. Einmal jährlich wird der Vorstand in Gesamterneuerungswahlen vom Studierendenrat gewählt und im Falle eines vorzeitigen Abgangs einzeln nachgewählt. Was sind ihre Aufgaben? Was sind ihre persönlichen Anliegen? Hier die Vorstehenden im Porträt. Fragen von euch zu ihren Aussagen, zur skuba oder auch allgemein zur Hochschulpolitik sind erwünscht!

Nicht immer fühlen sich Studierende mit ihren Anliegen von der Universität gehört. Aktivismus an der Hochschule hat darum Tradition und findet die unterschiedlichsten Formen. Darüber sprach ich mit Kirke aus der Student*innenverbindung Socordia und sirène-Redaktor Gilles. Von Anniina Maurer

Gilles ist aktiv bei der Langen Nacht der Kritik und Redaktor der bildungs-kritischen Zeitschrift sirène, welche im letzten Jahr erstmals erschien. Kirke vertritt die Basler Schwesternschaft Socordia, die am 14. Juni nicht nur den feministischen Streik, sondern auch ihr einjähriges Bestehen feierte.

Warum ich Geschichte studiere. Von Simone Meier

Ich sass an meinem Schreibtisch, draussen war es dunkel, vielleicht war es auch kurz nach Mitternacht, und das Weiss des Bildschirms flimmerte durchs Zimmer. Ich schrieb an meiner Maturaarbeit und arbeitete am letzten Teil. Ich befasste mich mit den Auswirkungen des europäischen Kolonialismus in Ostafrika und merkte im Verlauf der Arbeit schnell, wie so oft bei solchen Arbeiten, dass es sich um ein riesiges vielschichtiges Thema handelt, das noch detaillierter und noch feiner durchgearbeitet werden kann als ich es damals getan habe. Ich sass in dieser Laptopflimmerdunkelheit, wollte mein Fazit schreiben und hatte da, nach einiger Literaturrecherche, langem Durcharbeiten und Sichten von Texten und eigenem Schreiben, die Erkenntnis, was Geschichte denn ist und was sie nicht ist und wie Geschichte schreiben und Geschichtsschreibung mit dem grossen Wort der Subjektivität einher geht – ich war fasziniert davon, sass auch ein bisschen verloren da, weil ich mich dann fragte, was dann richtig und was falsch sei und von was man denn eigentlich ausgehen könne, wenn alles ja auf solch ein subjektives Auffassen und Niederschreiben beruhe. Ich weiss es immer noch nicht, muss ich vielleicht auch nicht – aber ich will jetzt mal darüber schreiben, auch im Schreiben denken und befasse mich im Folgenden mit dem Sinn oder Unsinn des Geschichtsstudiums.

Anfang April habe ich eine Umfrage gestartet, weil ich wissen wollte: Inwiefern hat Covid-19 die finanzielle Situation der Studierenden beeinflusst und welche Konsequenzen haben sich daraus für diese ergeben? Die Ergebnisse sind im folgenden Artikel zusammengefasst. Von Sarah Preiswerk, Vorständin Kultur der skuba

Einer der vielen Gründe für diese Umfrage war, dass ich selbst meinen Haupterwerb verloren habe und sich dadurch verschiedene Veränderungen für mich ergeben haben. Ich vermutete, dass viele Studierenden ähnliches erleb(t)en. Um Klarheit darüber zu erlangen, wie genau diese Veränderungen für andere ausgesehen haben, wurde ein Fragebogen aus geschlossenen und halboffenen Fragen sowie einer offenen zusammengestellt. Insgesamt haben 122 Studierende an der Umfrage teilgenommen, wobei alle alle Fragen beantwortet haben. In Anbetracht der Anzahl von Studierenden und dem Aufwand der Bewerbung seitens der skuba und Universität ist dies unter dem Strich ziemlich dürftig. Nichtsdestotrotz geben die Antworten Einblicke in die Gefühlslage der Studierenden. Der Tenor ist spürbar: Die Studierenden haben genug vom Bildschirmunterricht, sehnen sich nach Präsenzunterricht und dem Austausch unter Mitstudierenden. Vielen fehlt das universitäre Umfeld – einige haben es noch gar nicht kennenlernen dürfen. Eine Situation, die von Studierenden und Dozierenden gleichermassen Geduld und Energie fordert.

Die von der Forschungsgruppe ‘Datenbanken und Informationssysteme’ entwickelte GoFind!-App lädt ein zu einer Zeitreise. Möglich machen das raffinierte Suchsysteme, die Bilder der Vergangenheit zurück in die Gegenwart holen. Von Anniina Maurer

In der Zeit zurück zu reisen und das historische Basel zu erleben, das wünschen sich wohl so einige. Begnügen müssen sie sich aber mit Quellen, welche die Geschichte der Stadt festhielten. Glücklicherweise gibt es davon einige. Die Bilder, Pläne und Aufnahmen liegen jedoch irgendwo in Bibliotheken oder Archiven und müssen auch dort entdeckt werden. Was aber, wenn Quellen direkt vor Ort abrufbar wären? Dort, wo sie früher entstanden? Die GoFind!-App soll das möglich machen. Sie erlaubt den Nutzenden, historische Ansichten unterwegs zu betrachten. Dank Augmented Reality fügen sich die Darstellungen in die gegenwärtige Umgebung ein und zeigen, wie derselbe Standort früher aussah.

Sie sind aktuell in aller Munde, bei einigen höchst wohlwollend, bei anderen mit grosser Abneigung: die Verschwörungstheorien. Doch wovon sprechen wir eigentlich, wenn wir diesen Begriff verwenden? Ein Erklärungsansatz nach Michael Butter. Von Lisa Kwasny

Menschen in deinem Umfeld erwähnen in einem Nebensatz plötzlich, dass die Coronazahlen möglicherweise gefälscht sind? Jemand hat auf deine Hauswand «Plandemie» geschrieben? Oder deine Mutter leitet dir Telegram-Nachrichten weiter, welche «beweisen», dass Impfen unfruchtbar macht? Diese Erfahrungen teilen aktuell viele Menschen. Die Corona-Pandemie hat das Gros der Verschwörungstheorien von den Rändern der Gesellschaft in die Mitte zurückgeholt. Doch warum?

Der Übergang vom Studium ins Berufsleben ist eine aufregende und wichtige Phase in unserem Leben. Für Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer gibt es jedoch oft viele Hürden zu überwinden. Von Saida Tron

Im September 2020 war es endlich so weit: Bei einer wegen Corona etwas abgespeckten Diplomfeier wurde mir und anderen Absolventen der Uni Basel der Titel «Master of Arts» verliehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele meiner Kollegen längst einen krisenfesten Plan für ihre berufliche Zunft geschmiedet (z.B. Lehrer werden).

Die meisten Schweizer Universitäten, inklusive die Universität Basel, arbeiten mit der Stiftung „Fondation Zdenek et Michaela Bakala“ zusammen. Dabei hat das tschechische Gericht unter Würdigung der gegebenen Umstände entschieden, dass es gerechtfertigt ist, den Gründer der Stiftung, Herrn Zdenek Bakala, als einen Gauner zu bezeichnen. Von Tomas Marik

Wer ist Zdenek Bakala?
Der tschechische Investor Zdenek Bakala besitzt laut Forbes eine dreiviertel Milliarde Schweizer Franken. Er wohnt in der Schweiz und ist ein Mitbesitzer des Eishockeys Teams Lausanne HC. Aus seinem Heimatland flüchtete er 1980 vor dem Kommunismus in die USA und studierte unter anderem an der University of California. Später arbeitete er bei der Credit Suisse. Nach der Samtenen Revolution kehrte er zurück nach Prag, um mit seinem marktwirtschaftlichen Wissen eine Investmentgesellschaft zu gründen, die er später verkaufte.

Die Schönheit ist Lust und Last des weiblichen Geschlechts. Was Spielwiese der eigenen Entfaltung sein könnte, ist eher Schlachtfeld der gesellschaftlichen Normen. Unerreichbare Ideale halten die verunsicherte Frau gefangen in einer Endlosschleife aus Versuchen und Versagen. Zeit, unsere Vorstellung von Schönheit selbst in die Hand zu nehmen. Von Jacqueline Fischer

Das siebzehn-jährige Ich, vor dem Spiegel: Der kritische Blick bleibt dort hängen, wo sich die Oberschenkel wie weiche Kissen aneinanderschmiegen, dort, wo eigentlich eine luftige Lücke sein sollte. Die Oberschenkel sind zu dick, denkt das Ich. Der Bauch? Zu dick. Die Brüste? Zu klein. Und dann wandert der Blick weiter nach oben, ins Gesicht. Er begutachtet die Nase, von vorne und im Profil und obwohl das Ergebnis immer dasselbe ist, ist es doch erschreckend: da sitzt eine Kartoffel im Gesicht. „Un patatino“, wie der Italienischlehrer einmal sagte. Kartoffelig rund sind auch die Backen. Von kantigen Wangenknochen keine Spur. Das Ich steht oft so vor dem Spiegel. Es stellt sich täglich auf die Waage. Verzichtet auf Essen, macht sich Wochenpläne, zählt Kalorien. Manchmal, wenn es schwach wird, isst es übermässig viel, stopft alles in sich hinein, was es finden kann. Das macht es heimlich, oft über mehrere Tage, Wochen oder Monate hinweg. Dann schämt und verkriecht es sich. Im Sommer nur lange Hosen, weite Shirts. Wenn andere baden gehen, geht es nach Hause.

Der Hype um das aufkommende Forschungsgebiet der Neurowissenschaften – Neues Wissen, neue Techniken, neue Verfahren. Was bieten neue Therapietechniken wie Neurofeedback wirklich? Eine Analyse am Beispiel der Schizophrenie. Von Anja Blaser

Neuro-Was? Neurowissenschaften ist vielen noch ein Fremdwort. Nach und nach nimmt dieser Begriff, welcher die naturwissenschaftlichen Forschungsbereiche rund um Aufbau und Funktionsweise von Nervensystemen bezeichnet, an Bedeutung zu und mit ihm auch die Wichtigkeit der neusten Technologien und Verfahren aus dieser Disziplin. Dazu gehört auch das Neurofeedback.

In der modernen Berufswelt müssen wir viele Entscheidungen treffen, was aufregend sein kann, manchmal aber auch ganz schön einschüchternd. Von Vanessa Thai

In der sich heutzutage schnell verändernden Arbeitswelt mit ihren immer neuen Herausforderungen fühlt man sich nicht allzu selten als junge Erwachsene oder junger Erwachsener überfordert. Dies vor allem beim Übergang von der Komfortzone Universität in das Ungewisse. Nicht umsonst wird Student/innen geraten, während dem Studium bereits praktische Erfahrungen zu sammeln, damit man nicht nur mit theoretischem Wissen versucht, eine Stelle anzutreten. Die absolute Jobgarantie hat man aber nie, egal wie gut man sich vorbereitet. Deswegen gibt es theoretisch eigentlich immer Luft nach oben mit Weiterbildungen, anderen Studiengängen etc. 

Fast jeder hat den Namen Jacob Burckhardt schon mal gehört…Wirklich etwas damit anfangen, können aber nur wenige. Von Sophie De Stefani

Jede*r Geschichtsstudent*in in Basel wird eher früher als später den Namen Jacob Burckhardt zu hören bekommen. Der Geschichtsprofessor scheint für die Uni von grosser Bedeutung zu sein, und dies verwundert nicht, kennt man Jacob Burckhardt ja vor allem als „Erfinder der Renaissance“. Er flösste dem bis anhin kunstgeschichtlichen Begriff die Bedeutung ein, mit der wir ihn heute assoziieren: der Beginn des Individualismus, die Rückbesinnung auf die Antike und der Wandel des urbanen Lebens. Sein 1860 erschienenes Buch „Die Kultur der Renaissance in Italien – Ein Versuch“ gilt heute noch als Standardwerk für die Renaissance.

Wenn du Dschungel, Weihnachtskitsch und Tradition suchst und du schon immer eine fremde Sprache im Sportstudio lernen wolltest, dann bist du in Krakau richtig! Ein Erfahrungsbericht darüber, wie man sich während eines Erasmusaufenthaltes zu Hause fühlen kann. Von Nicole Traber und Marion Florianne Knöpfel

Unser drittes Semester im Master sollte für uns ein ganz besonderes werden – wir hatten uns für einen Auslandaufenthalt in Krakau an der Universität Jagielloński entschieden. Die Universität, welche im Jahre 1364 gegründet worden war und somit zu den ältesten Europas zählt, besuchen ungefähr 40`000 Studierende – also eine Vielzahl mehr als wir es von Basel gewohnt sind.

Gedichte sind mehr als die verstaubte Maturalektüre, die man Wort für Wort analysieren musste. Ein Liebesbrief an die Poesie. Von Sophie De Stefani

Poesie. Keine andere Kunstform lässt so tief in das Innenleben des Künstlers blicken wie du. Mit dir entblösst er sich vor der Welt, lässt uns an seinen intimsten Gedanken teilhaben, wenn er über die Liebe, den Tod oder die Einsamkeit schreibt.

Was haben das Mensa-Aufräumsystem mit der katalonischen Sezession und der UB-Kaffee mit einer Socke zu tun? Lest selbst. Von Luca Thoma

Wer in den letzten Monaten sein oder ihr Mittagsmahl in der Mensa genossen hat, der wird sich über die Menschenaufläufe beim Ausgang gewundert haben. Was ist denn hier bloss los? Hat sich der katalonische Sezessionskonflikt auf die Mensa ausgeweitet? Wird für einen nüchterneren Schreibstil in der SV-Menübeschreibung demonstriert?

Über die akademische Viertelstunde. Von Tomas Marik

Vielen Erstsemestrigen ist es sicher schon einmal passiert. Man geht in der ersten Woche seines Studiums zur Vorlesung oder ins Proseminar, und wenn dann endlich der richtige Raum gefunden wurde, ist niemand da. Verunsichert kontrolliert man noch den eigenen Stundenplan, um sich zu vergewissern, ob es doch der richtige Raum ist. Doch bald kommen schon die ersten Studierenden, und man kann sich erleichtert, und noch ein wenig schüchtern, in die letzte Reihe setzen.

Die Uni hat sich der Gleichberechtigung verschrieben. Was Geflüchtete betrifft, ist sie jedoch noch weit davon entfernt. Von Fabienne Lehmann

Jeder hat das Recht auf Bildung». So steht es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948, Absatz 26. Dieser Grundsatz scheint selbsterklärend, ja in einem stabilen demokratischen Rechtstaat wie der Schweiz selbstverständlich. Doch kann die Universität Basel tatsächlich von sich behaupten, diesem Prinzip gerecht zu werden? Gerade den zweiten Teil dieses Absatzes, den ich im Folgenden noch erläutern werde, scheint die Uni Basel besonders im Umgang mit Geflüchteten mit akademischem Hintergrund keineswegs so umzusetzen.

Ein Problem der Mediävisten? Von Iulia Malaspina

Neulich war ich daran, mich mit einer bestimmten Periode des Mittelalters auseinanderzusetzen. Ich versuchte, zu rekonstruieren, was in einem bestimmten Land in zwei besonders dunkeln Jahrhunderten passiert ist. Dunkel waren diese Jahrhunderte, weil sie fast nichts hinterlassen haben – nämlich: