Ein Interview mit dem Nobelpreisträger für Chemie Prof. Dr. Kurt Wüthrich zum Verhältnis von Politik und Wissenschaft und darüber, wie die Politik der Forschung in Notlagen zuhören sollte. Darüber hinaus zieht Kurt Wüthrich eine Parallele zwischen der Covid-19 Pandemie und Mad Cow Disease, zu der er aktiv geforscht hatte. Von Tomas Marik

Prof. Dr. Kurt Wüthrich wurde am 4. Oktober 1938 in Aarberg geboren. Nach der Matura in Biel, studierte er zwischen 1957 bis 1962 in Bern Chemie, Physik und Mathematik. Danach absolvierte er an der Universität Basel das Eidgenössische Turn- und Sportlehrerdiplom und promovierte gleichzeitig in anorganischer Chemie. Später forschte er in Berkeley an der University of California und in den Bell Telephone Laboratories in Murray Hill (New Jersey). Kurt Wüthrich lehrt und forscht seit 1969 an der ETH Zürich. Seit 1980 ist er Professor für Biophysik. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten wurde er mit zahlreichen Preisen, Medaillen und Ehrendoktortiteln gewürdigt. Den Nobelpreis für Chemie erhielt Kurt Wüthrich 2002 zusammen mit John B. Fenn und Koichi Tanaka „für seine Entwicklung der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie zur Bestimmung der dreidimensionalen Struktur von biologischen Makromolekülen in Lösung“.

An interview which deals with the political situation in Belarus today. In an exclusive talk with 2020 presidential candidate and Nobel Peace Prize nominee Sviatlana Tsikhanouskaya we learn about the opposition’s plans to democratize the country and how people from abroad can support the democratization process in Belarus. By Tomas Marik

Sviatlana Tsikhanouskaya was born in Mikashevichy (Belarus) in 1982. She has studied English and German at the University of Masyr and then worked for the Chernobyl disaster relief fund. In 2005 she married Siarhei Tsikhanouski, with whom she has a son and a daughter. In May 2020, her husband announced his intention to run for president of Belarus. However, two months later Tsikhanouskaya decided to run herself, when her husband was being arrested by the regime in Belarus. After the Lukashenko-corrupted election of the 9th of August 2020, Tsikhanouskaya was forced into exile. She now organizes democratic movements against the Belarusian regime from Vilnius and seeks support around the world. The European Union no longer recognises Alexander Lukashenko as the legitimate president of Belarus and has pledged broad support for Tsikhanouskaya.

Im ersten Artikel der Reihe haben wir die Impfmentalität in der Schweiz genauer unter die Lupe genommen. In diesem Artikel soll es nun um die Sicht der Israeli auf die Impfsituation in ihrem Land gehen. Von Sofia Thai und Noëmi Blättler

In Israel wurden schon rund 10 Mio. Impfdosen an die Bevölkerung verabreicht, wobei 62% der Israeli schon doppelt geimpft sind (Stand: 30. April 2021, Ritchie et al., 2021). Alle Restaurants haben offen und Anlässe im Freien mit bis zu 10’000 geimpften Personen sind erlaubt. Die israelische Regierung diskutiert nun, ob die Maskenpflicht auch in Innenräumen aufgehoben werden soll.

Israel ist der Schweiz sowohl in der Impfkampagne wie auch auch in der Einführung vom Impfpass meilenweit voraus. Doch wie ist die Stimmung der Bevölkerung in beiden Ländern? Von Noëmi Blättler und Sofia Thai

Impfung – ein Thema, das seit der Erfindung des ersten Impfstoffs gegen die Infektionskrankheit Pocken immer wieder strittig diskutiert wird. Die Bekämpfung der Pocken durch Impfung wurde zum Vorbild für einen weiteren Umgang mit Infektionskrankheiten. Trotzdem wird die Sicherheit der Impfung seit den letzten Jahren immer mehr diskutiert.

Snowboarderin Jessica erzählt, wie sie ihren Traum zum Beruf macht und gleichzeitig auf Nichts verzichten muss. Leistungssport und Studium lassen sich unter ein Hut bringen und es macht verdammt viel Spass! Von Tomas Marik

Jessica Keiser ist eine professionelle Snowboardfahrerin. Sie hat eine sehr erfolgreiche Wintersaison hinter sich. Sie repräsentierte die Schweiz in der Disziplin Snowboard Alpin bei den Weltmeisterschaften in Slowenien und konnte sich zweimal unter den Top 15 platzieren. Jetzt, wo der Winter vorbei ist, schaut sie zurück auf ihre Saison und erzählt von den Herausforderungen, die der Spitzensport und das Studieren mit sich bringen.

Liebe Damen, ich muss jetzt mal was klarstellen:
„Ihr seid in meinem Job oft viel mühsamer als Männer.“
Von Amber Eve

„Waaaas?“, sagst du jetzt. „Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Schliesslich musst du ja sonst immer für betrunkene Rüpel tanzen, die hässlich und schwanzgesteuert sind, und keinen Respekt vor dir haben. Frauen sind da doch sicher viel besser!“ Und da fängt das Problem schon an.
Zum Einen ist es mir relativ egal, wie attraktiv meine Klienten sind – um in Kontakt zu treten spielt es für mich keine Rolle, ob dir Haare aus den Ohren wachsen oder nicht. Zum Anderen ist es gerade bei besonders attraktiven Männern (und Frauen) etwas schwieriger, Respekt einzufordern: „Weisst du Baby, eigentlich habe ich das hier gar nicht nötig. Ich kann jederzeit haben, was ich will, denn ich sehe toll aus und alle stehen auf mich. Eigentlich solltest du mich zahlen, hahaha.“ Super für dich, aber ich gehe auch nicht in den Supermarkt und beschwere mich, dass ich hier für Lebensmittel zahlen muss, wo ich sie doch bei Mutti einfach so aus dem Kühlschrank nehmen kann. Du hast dich in ein Setting begeben, wo du eine Dienstleistung in Anspruch nimmst, und das kostet nun mal Geld – und ein gewisses Mass an Respekt.

Sie sind aktuell in aller Munde, bei einigen höchst wohlwollend, bei anderen mit grosser Abneigung: die Verschwörungstheorien. Doch wovon sprechen wir eigentlich, wenn wir diesen Begriff verwenden? Ein Erklärungsansatz nach Michael Butter. Von Lisa Kwasny

Menschen in deinem Umfeld erwähnen in einem Nebensatz plötzlich, dass die Coronazahlen möglicherweise gefälscht sind? Jemand hat auf deine Hauswand «Plandemie» geschrieben? Oder deine Mutter leitet dir Telegram-Nachrichten weiter, welche «beweisen», dass Impfen unfruchtbar macht? Diese Erfahrungen teilen aktuell viele Menschen. Die Corona-Pandemie hat das Gros der Verschwörungstheorien von den Rändern der Gesellschaft in die Mitte zurückgeholt. Doch warum?

„Nee, aber mal im Ernst, ist das dein richtiger Name?“ Von Amber Eve

Mein richtiger Name ist in einem Stripclub genauso wichtig wie deiner – wahrscheinlich habe ich letzteren deshalb auch schon wieder vergessen. Schließlich geht es hier vorsätzlich darum, in einer rot beleuchteten Traumwelt ein Abenteuer zu erleben. Gespräche gehören da natürlich auch dazu – aber warum glaubst du, dass ein gutes Gespräch erst möglich ist, wenn du Eva statt Amber zu mir sagst? Weil es dir das Gefühl gibt, eben nicht in einer Traumwelt zu sein. Sondern dass das hier ganz real ist. Mein Name, meine Brüste, der Drink, den du mir gerade zahlst, und mein Interesse an dir, mein Lachen, wenn du einen mittelmässigen Witz machst. Es führt dazu, dass du dich besonders fühlst. Du bist der Auserwählte, der einen so guten Draht mit der Stripperin aufbauen konnte, dass sie dir ihr Herz öffnete und ihren richtigen Namen verriet. Du bist etwas Besonderes, du hast Tiefgang und bist nicht so oberflächlich und lächerlich wie alle anderen hier drin.

Die meisten Schweizer Universitäten, inklusive die Universität Basel, arbeiten mit der Stiftung „Fondation Zdenek et Michaela Bakala“ zusammen. Dabei hat das tschechische Gericht unter Würdigung der gegebenen Umstände entschieden, dass es gerechtfertigt ist, den Gründer der Stiftung, Herrn Zdenek Bakala, als einen Gauner zu bezeichnen. Von Tomas Marik

Wer ist Zdenek Bakala?
Der tschechische Investor Zdenek Bakala besitzt laut Forbes eine dreiviertel Milliarde Schweizer Franken. Er wohnt in der Schweiz und ist ein Mitbesitzer des Eishockeys Teams Lausanne HC. Aus seinem Heimatland flüchtete er 1980 vor dem Kommunismus in die USA und studierte unter anderem an der University of California. Später arbeitete er bei der Credit Suisse. Nach der Samtenen Revolution kehrte er zurück nach Prag, um mit seinem marktwirtschaftlichen Wissen eine Investmentgesellschaft zu gründen, die er später verkaufte.

Eine Sexarbeiterin erzählt von ihrem Alltag im Stripclub, von respektvollen und nicht ganz so respektvollen Kunden und wie sie durch ihren Job zu neuem Selbstbewusstsein fand. Von Amber Eve

„Ja, aber… du verkaufst ja deinen Körper.“

Ich habe Sophia soeben erzählt, dass ich als Stripperin arbeite. Wie die meisten Frauen reagiert sie darauf mit einer sonderbaren Mischung aus Faszination und Abscheu. Ich atme tief ein und aus. Schon so oft habe ich diesen Satz gehört oder im Zusammenhang mit meinem Job gelesen, und finde ihn… schwachsinnig. Als ich das letzte Mal nachgesehen habe, war mein Körper nämlich noch da und ich konnte frei darüber bestimmen, was ich damit mache, vor wem, und wie lange. Und für wieviel Geld.

Covid-19 hat unser aller Leben verändert. In der gesellschaftlichen Debatte über die psychisch-gesundheitlichen Folgen der Pandemie gehen Studierende oft vergessen. Wir geben drei Studierenden eine Stimme, die 2020 viel zu kämpfen hatten und ihre gegenwärtige Situation reflektieren. Von Tomas Marik

Das Jahr 2020 neigt sich langsam dem Ende zu. Impfung, Risikogruppe, Wuhan, Fallzahlen, Bergamo, „nur eine Grippe“, Maskenpflicht, Massnahmen und Verbot sind nur ein paar Schlagwörter, die sich wohl für eine lange Zeit in unser Bewusstsein eingebrannt haben. In der Mitte all dieser Begriffe steht Corona / Covid-19, ein Virus, der das Leben aller verändert oder auch beendet hat.

Was haben das Mensa-Aufräumsystem mit der katalonischen Sezession und der UB-Kaffee mit einer Socke zu tun? Lest selbst. Von Luca Thoma

Wer in den letzten Monaten sein oder ihr Mittagsmahl in der Mensa genossen hat, der wird sich über die Menschenaufläufe beim Ausgang gewundert haben. Was ist denn hier bloss los? Hat sich der katalonische Sezessionskonflikt auf die Mensa ausgeweitet? Wird für einen nüchterneren Schreibstil in der SV-Menübeschreibung demonstriert?

Die Uni hat sich der Gleichberechtigung verschrieben. Was Geflüchtete betrifft, ist sie jedoch noch weit davon entfernt. Von Fabienne Lehmann

Jeder hat das Recht auf Bildung». So steht es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948, Absatz 26. Dieser Grundsatz scheint selbsterklärend, ja in einem stabilen demokratischen Rechtstaat wie der Schweiz selbstverständlich. Doch kann die Universität Basel tatsächlich von sich behaupten, diesem Prinzip gerecht zu werden? Gerade den zweiten Teil dieses Absatzes, den ich im Folgenden noch erläutern werde, scheint die Uni Basel besonders im Umgang mit Geflüchteten mit akademischem Hintergrund keineswegs so umzusetzen.

In seinem Buch «Retroland» untersucht der Historiker Valentin Groebner verschiedene Formen von Geschichtstourismus. Ein Genuss. Von Luca Thoma

«Dieser Ort ist eine Zeitkapsel».[1] Tourismus boomt. Ein grosser Teil der Branche stützt sich auf Angebote, die vorgeben – einer Zeitkapsel ähnlich – Geschichte zu präservieren und den geneigten Besucher an authentische historische Orte zu führen, wo dieser in die Vergangenheit eintauchen darf.

Ein Problem der Mediävisten? Von Iulia Malaspina

Neulich war ich daran, mich mit einer bestimmten Periode des Mittelalters auseinanderzusetzen. Ich versuchte, zu rekonstruieren, was in einem bestimmten Land in zwei besonders dunkeln Jahrhunderten passiert ist. Dunkel waren diese Jahrhunderte, weil sie fast nichts hinterlassen haben – nämlich:

Ein historischer Rückblick zum Frauenstreik. Von Fabienne Lehmann

Heute vor genau 28 Jahren, riefen Frauen in der Schweiz das erste und seither letzte Mal zum nationalen Streik auf. Zu Tausenden bevölkerten sie öffentliche Plätze in den Städten, zogen in violetten Strömen durch die Strassen und zwangen das alltägliche Treiben zum Stillstand. Dieser Frauenstreik war die grösste politische Mobilisierung, die seit dem landesweiten Generalstreik von 1918 in der Schweiz stattgefunden hatte. Ein kurzer Rückblick auf diesen Tag soll aufzeigen, weshalb und wofür die Frauen damals auf die Strasse gingen.