Im ersten Artikel der Reihe haben wir die Impfmentalität in der Schweiz genauer unter die Lupe genommen. In diesem Artikel soll es nun um die Sicht der Israeli auf die Impfsituation in ihrem Land gehen. Von Sofia Thai und Noëmi Blättler

In Israel wurden schon rund 10 Mio. Impfdosen an die Bevölkerung verabreicht, wobei 62% der Israeli schon doppelt geimpft sind (Stand: 30. April 2021, Ritchie et al., 2021). Alle Restaurants haben offen und Anlässe im Freien mit bis zu 10’000 geimpften Personen sind erlaubt. Die israelische Regierung diskutiert nun, ob die Maskenpflicht auch in Innenräumen aufgehoben werden soll.

Israel ist der Schweiz sowohl in der Impfkampagne wie auch auch in der Einführung vom Impfpass meilenweit voraus. Doch wie ist die Stimmung der Bevölkerung in beiden Ländern? Von Noëmi Blättler und Sofia Thai

Impfung – ein Thema, das seit der Erfindung des ersten Impfstoffs gegen die Infektionskrankheit Pocken immer wieder strittig diskutiert wird. Die Bekämpfung der Pocken durch Impfung wurde zum Vorbild für einen weiteren Umgang mit Infektionskrankheiten. Trotzdem wird die Sicherheit der Impfung seit den letzten Jahren immer mehr diskutiert.

Sie sind aktuell in aller Munde, bei einigen höchst wohlwollend, bei anderen mit grosser Abneigung: die Verschwörungstheorien. Doch wovon sprechen wir eigentlich, wenn wir diesen Begriff verwenden? Ein Erklärungsansatz nach Michael Butter. Von Lisa Kwasny

Menschen in deinem Umfeld erwähnen in einem Nebensatz plötzlich, dass die Coronazahlen möglicherweise gefälscht sind? Jemand hat auf deine Hauswand «Plandemie» geschrieben? Oder deine Mutter leitet dir Telegram-Nachrichten weiter, welche «beweisen», dass Impfen unfruchtbar macht? Diese Erfahrungen teilen aktuell viele Menschen. Die Corona-Pandemie hat das Gros der Verschwörungstheorien von den Rändern der Gesellschaft in die Mitte zurückgeholt. Doch warum?

Die derzeit oft gesehenen Demonstrationen von sogenannten Coronaleugner*innen kommen mit einer gewissen revolutionären Symbolik daher. Im Anschluss an unseren letzten Beitrag stellt sich nun denn die Frage: Lassen sich die Protestbekundungen gegen die Coronamassnahmen als zivilen Ungehorsam verstehen? Und wenn ja, sind sie deshalb legitim? Von Lisa Kwasny

Es ist eine gruselige Formation, die hier durch Bern zieht. Menschen in weissen Schutzanzügen und mit Masken trotten durch die Innenstadt. Aus einer Stereoanlage klingt eine blecherne Stimme. «Unser Atem tötet. Sicher bist du nur in der Isolation. Fügt euch der Normalität. Verratet eure Nachbarschaft. Maskenpflicht ein Leben lang. Umerziehungslager für Maskenverweigerer.» Dass diese Aktion an die Dystopie «1984» von George Orwell erinnert, scheint gewollt. Die Kommentare auf YouTube weisen darauf hin, dass das die Zukunft sein werde, wenn man nicht aufpasst. Es ist offensichtlich: Das ist eine Protestaktion von Coronaleugner*innen.