Die Fas(t)nacht ist eine der faszinierendsten Festlichkeiten überhaupt. Gemeinhin bekannt: dass sie die Welt kopfüber stellt. Was aber, wenn die Welt schon kopfsteht? Ein Essay über die kritische Funktion der Fas(t)nacht und deren Entwicklung. Von Léonard Wiesendanger

Die Fastnacht, ursprünglich eine christliche Festivität vor Anbruch der Fastenzeit, ist ein Fest, das mit der öffentlichen Ordnung in besonderem Masse bricht. Sie ist mehr als eine einfache Ausseralltäglichkeit, denn sie geht ihren alltäglichen Gegensatz, den Status Quo, gerade auch den politischen und religiösen, spottend frontal an. Wie kein anderes gesellschaftliches Fest steht sie deshalb zur gesellschaftlichen Ordnung in Opposition.