Was man so liegen lässt

Ein Gedicht von Tomas Marik

Drei Seiten für den Briefumschlag
Schrieb ich dir, Tag für Tag
So viele unbeschriebene Seiten
Bleiben bis in alle Zeiten

– leer

Wörter sind das tiefe Meer
Versinken fällt nicht schwer
Drehst du etwa jedes Loch
Um, tiefer zu sehen noch

– zu hören

Lasse uns heute schwören
Ewigkeit für immer zu zerstören
Ich gab dir mein Versprechen
Das werde ich jetzt brechen

– sehe

Ich mag dich in der Nähe
Einsam ist meine Seele
Wenn du langsam fortgehst
Und dich niemals umdrehst

– Hoffnung

Oben, in der steilen Brandung
Zeigst du jedem deine Haltung
Du weisst du kannst nicht fliegen
Trotzdem lässt du dich nicht kriegen

– fallen

Lassen wir es heute knallen
Lust und Musik in den Hallen
Singen bis die Zunge klebt
Deine, meine, sie bebt

– heute

Gestern kam die Meute!
Wir sind anständige Leute!
Wir, die Frommen
Doch, sie kommen

– dran

Was ich nicht schreiben kann
Zeichne ich mit Finger dann
Wenn wir uns nicht mehr lieben
Was man auch so liegen

– lässt.

Titelbild: Tomas Marik

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