Wenn du Dschungel, Weihnachtskitsch und Tradition suchst und du schon immer eine fremde Sprache im Sportstudio lernen wolltest, dann bist du in Krakau richtig! Ein Erfahrungsbericht darüber, wie man sich während eines Erasmusaufenthaltes zu Hause fühlen kann. Von Nicole Traber und Marion Florianne Knöpfel

Unser drittes Semester im Master sollte für uns ein ganz besonderes werden – wir hatten uns für einen Auslandaufenthalt in Krakau an der Universität Jagielloński entschieden. Die Universität, welche im Jahre 1364 gegründet worden war und somit zu den ältesten Europas zählt, besuchen ungefähr 40`000 Studierende – also eine Vielzahl mehr als wir es von Basel gewohnt sind.

Es gibt Dinge, die sollte man im Seminar besser nicht sagen. Wir haben ein paar davon zusammengetragen. Von der Redaktion

Mit den mündlichen Beiträgen in den Seminaren am Histi ist es ja so eine Sache: Viele Leute sagen prinzipiell gar nichts. Nie. Sie verschanzen sich hinter ihren Laptops und man fragt sich, ob sie überhaupt wissen, in welcher Lehrveranstaltung sie sich gerade befinden. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen KommilitonInnen mit einem ausgeprägten Mitteilungsbedürfnis. Sie haben immer etwas zu melden. Mit besonderer Vorliebe führen sie eine geisteswissenschaftliche Autorität an, die ihrem an sich schwachen Argument den Anschein von geistigem Tiefgang verleihen soll («Mit Foucault könnte man sagen…»)

Ein Auslandsemester ist nicht immer eitel Sonnenschein, vor allem in der süditalienischen Metropole Neapel. Toll war’s trotzdem. Von Carina Basig

Napoli sehen und sterben. Wer die Stadt besucht, wird schnell merken, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, dieses Zitat auszulegen. Man kann in Frieden sterben, weil man die Stadt gesehen hat und es auf der Welt nichts Schöneres zu sehen gibt. Oder aber man stirbt, weil man sich die Stadt ansieht und dabei von der Mafia erschossen oder von einem Motorrad überfahren wird. Beides scheint mir realistisch.

Was haben das Mensa-Aufräumsystem mit der katalonischen Sezession und der UB-Kaffee mit einer Socke zu tun? Lest selbst. Von Luca Thoma

Wer in den letzten Monaten sein oder ihr Mittagsmahl in der Mensa genossen hat, der wird sich über die Menschenaufläufe beim Ausgang gewundert haben. Was ist denn hier bloss los? Hat sich der katalonische Sezessionskonflikt auf die Mensa ausgeweitet? Wird für einen nüchterneren Schreibstil in der SV-Menübeschreibung demonstriert?

Von Tomas Marik

Vielen Erstsemestrigen ist es sicher schon einmal passiert. Man geht in der ersten Woche seines Studiums zur Vorlesung oder ins Proseminar, und wenn dann endlich der richtige Raum gefunden wurde, ist niemand da. Verunsichert kontrolliert man noch den eigenen Stundenplan, um sich zu vergewissern, ob es doch der richtige Raum ist. Doch bald kommen schon die ersten Studierenden, und man kann sich erleichtert, und noch ein wenig schüchtern, in die letzte Reihe setzen.

Halb verfaulte Avocados im Spülbecken? Ach was! Das Leben in einem Studentenwohnheim macht trotzdem Spass. Von Carina Basig

Wie man sich das Leben im Studentenheim vorstellt: Chaotisch, schmutzig, laut. Der Chemiestudent tanzt in der Küche zwischen ungewaschenem Geschirr mit der eben neu eingezogenen, hübschen Asiatin. Ein paar Geisteswissenschaftler grölen auf dem Sofa und trinken Bier und der Jurist kontrolliert zum dritten Mal mit ungeduldigem Blick auf seine Uhr ob er sein Essen nicht doch jetzt schon aus der Mikrowelle holen kann, um diesem Irrsinn zu entfliehen. Irgendwo in einer Ecke sitzt schliesslich immer irgendjemand, der gerade erst frühstückt, während die anderen schon wieder feiern.

Was tut man eigentlich mit seinen alten Seminararbeiten? Ein Versuch über eine mögliche Art der Wiederverwertung. Von Emmanuel Heman

Das Schreiben von Proseminar- und Seminararbeiten verlangt bekanntlich eine hohe Frustrationstoleranz: Man betreibt jede Menge Aufwand und gelesen werden die Texte vielleicht von einer knappen Handvoll gutmütiger Menschen – wenn man Glück hat. Anschliessend wandert der Stapel Papier in der Regel schnell in die Schublade. Dafür weiss man am Ende, dass man im Falle einer akademischen Karriere schon fleissig geübt hat. Dabei wäre so viel Übung wahrscheinlich gar nicht nötig.