Nach einer langen Zeit war es so weit, am 23. September 2021 schlug das Herz der Contemporary Art wieder für eine Woche in Basel. Künstler*Innen, Aussteller*Innen und zahlreiche Galerien aus aller Welt trafen in der Art Basel zusammen, um endlich ihre zeitgenössische Kunst den Besucher*Innen der Kunstmesse zu präsentieren. Bei diesem Besuch blieb den Besucher*Innen sicherlich nicht nur die einzigartigen Kunstwerke der Ausstellungen in Erinnerung, sondern auch die Covid-19 Massnahmen. Von Irem Neseli

Es war der 16. Juni 2019, als die Art Basel zum letzten Mal unter gewöhnlichen Umständen seine Türen für Besuchern*Innen offen hatte. Im Jahr 2020 wurde mit der ganzen Welt auch die Event- und Kulturbranche hart von der Pandemie getroffen, sodass die Messe Art Basel zuerst verschoben wurde und dann bedauerlicherweise nicht stattfinden konnte.

Die Swiss Art Expo ist ein Festival der bildenden Kunst, welches zeitgenössische Kunstwerke mit moderner Technologie in Szene setzt. Ein Rückblick auf die Ausstellung. Von Irem Neseli

Nachdem ich glücklicherweise Eintrittstickets gewonnen hatte, erhielten meine Kollegin Clara und ich ebenfalls die Möglichkeit, das Kunstfestival am Samstagabend zu besuchen. Die Ausstellung ist nur mit Covid Zertifikat zugänglich, eine virtuelle Tour ermöglicht aber auch Denjenigen ohne Zertifikat sich an der Ausstellung zu erfreuen.

Ich bin alternativ. Ich lebe alternativ, ich gebe mich alternativ, ich bezeichne mich so. Doch was ist das genau, dieses «alternativ»? Was alterniere ich denn eigentlich? Von Lisa Kwasny

Alternativ bedeutet «zwischen zwei Möglichkeiten die Wahl lassend; eine andere, zweite Möglichkeit darstellend», «im Gegensatz zum Herkömmlichen stehend; anders im Hinblick auf die ökologische Vertretbarkeit o.Ä» oder auch «eine Haltung, Einstellung vertretend, die besonders durch Ablehnung bestimmter gesellschaftlicher Vorgehens- und Verhaltensweisen (z.B. übermäßiger Technisierung, unbegrenzter Steigerung des wirtschaftlichen Wachstums o.Ä.) Vorstellungen von anderen, als menschen- und umweltfreundlicher empfundenen Formen des [Zusammen]lebens zu verwirklichen sucht.»[1] Es geht also darum, sich gegen das Herkömmliche, das Institutionalisierte, das Alteingebackene zu stellen. Es ist eine Antihaltung, welche meiner Erfahrung nach oft mit einem Ausblick auf gesellschaftlichen Wandel einhergeht. Duden klassifiziert das Wort als «bildungssprachlich». Im Wortschatz der Arbeiterschicht findet sich das Wort weniger, auch wenn wir Alternativen uns gerne proletarisch geben.

Warum ich Geschichte studiere. Von Simone Meier

Ich sass an meinem Schreibtisch, draussen war es dunkel, vielleicht war es auch kurz nach Mitternacht, und das Weiss des Bildschirms flimmerte durchs Zimmer. Ich schrieb an meiner Maturaarbeit und arbeitete am letzten Teil. Ich befasste mich mit den Auswirkungen des europäischen Kolonialismus in Ostafrika und merkte im Verlauf der Arbeit schnell, wie so oft bei solchen Arbeiten, dass es sich um ein riesiges vielschichtiges Thema handelt, das noch detaillierter und noch feiner durchgearbeitet werden kann als ich es damals getan habe. Ich sass in dieser Laptopflimmerdunkelheit, wollte mein Fazit schreiben und hatte da, nach einiger Literaturrecherche, langem Durcharbeiten und Sichten von Texten und eigenem Schreiben, die Erkenntnis, was Geschichte denn ist und was sie nicht ist und wie Geschichte schreiben und Geschichtsschreibung mit dem grossen Wort der Subjektivität einher geht – ich war fasziniert davon, sass auch ein bisschen verloren da, weil ich mich dann fragte, was dann richtig und was falsch sei und von was man denn eigentlich ausgehen könne, wenn alles ja auf solch ein subjektives Auffassen und Niederschreiben beruhe. Ich weiss es immer noch nicht, muss ich vielleicht auch nicht – aber ich will jetzt mal darüber schreiben, auch im Schreiben denken und befasse mich im Folgenden mit dem Sinn oder Unsinn des Geschichtsstudiums.

Der Übergang vom Studium ins Berufsleben ist eine aufregende und wichtige Phase in unserem Leben. Für Absolventen geisteswissenschaftlicher Fächer gibt es jedoch oft viele Hürden zu überwinden. Von Saida Tron

Im September 2020 war es endlich so weit: Bei einer wegen Corona etwas abgespeckten Diplomfeier wurde mir und anderen Absolventen der Uni Basel der Titel «Master of Arts» verliehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele meiner Kollegen längst einen krisenfesten Plan für ihre berufliche Zunft geschmiedet (z.B. Lehrer werden).

Fast jeder hat den Namen Jacob Burckhardt schon mal gehört…Wirklich etwas damit anfangen, können aber nur wenige. Von Sophie De Stefani

Jede*r Geschichtsstudent*in in Basel wird eher früher als später den Namen Jacob Burckhardt zu hören bekommen. Der Geschichtsprofessor scheint für die Uni von grosser Bedeutung zu sein, und dies verwundert nicht, kennt man Jacob Burckhardt ja vor allem als „Erfinder der Renaissance“. Er flösste dem bis anhin kunstgeschichtlichen Begriff die Bedeutung ein, mit der wir ihn heute assoziieren: der Beginn des Individualismus, die Rückbesinnung auf die Antike und der Wandel des urbanen Lebens. Sein 1860 erschienenes Buch „Die Kultur der Renaissance in Italien – Ein Versuch“ gilt heute noch als Standardwerk für die Renaissance.

Hast du schon einmal von Noel Baba gehört? Oder warst du einmal mit einem Karpfen in der Badewanne baden? Weihnachten werden überall auf der Welt unterschiedlich gefeiert, vielleicht findest du hier deine neue Weihnachtstradition! Von Vanessa Thai, Irem Neseli und Tomas Marik

Japanische Weihnachten

Wenn du Weihnachten auf die japanische Art feiern möchtest, dann solltest du dich nicht etwa auf christliche Dekorationen einstellen, sondern auf fettige Finger und ganz viel Romanze. Wieso? Weil in Japan nämlich nicht die religiöse Seite gefeiert wird, sondern die kommerzielle Seite von Weihnachten: Essen, Feiern, Beleuchtungen usw. Denn der Anteil an Christen in Japan beträgt nur etwa 1%.  Deshalb wird Weihnachten dort nicht als Feiertag gezählt. Dennoch verfehlt es nicht ihre magische Wirkung, die sie vom Westen übernommen haben.

Sprechen wir über die weihnachtliche Bescherung, an der wir jedes Jahr teilhaben. Die Christen haben es erfunden, wir dürfen heute damit leben. Wir sagen Danke! Von Léonard Wiesendanger

Wer liebt es nicht, das Fest der Liebe? Die Geburt Jesu ist zwar vergessen (das ist nicht weiter schlimm), das Weihnachtsfest lebt sich aber fröhlich fort. Wir gehen längst nicht mehr zur Messe und besingen dieser Tage auch keine heilige Nacht. Stattdessen erfreuen wir uns des musikalischen Klimbims einer Weihnachtspop-Playlist von Spotify: eingängige Melodien, ein monoton auf das Trommelfell hämmernder Viervierteltakt und verzierende Schlittenglöckchen fürs Ambiente, Texte über Weihnachtsfreude und Liebe, so farblos wie der Schnee, der gleichfalls besungen wird. Von der Bibelgeschichte geblieben: ein Sternschnuppenmotiv auf den Fenstern und Balkonen mancher Leute. 

Von Veränderungen im Schweizer Wahlkampf. Von Nicolas Neuenschwander

Wir werden in der Schweiz bald ein neu zusammengesetztes Parlament bekommen, dies geht natürlich mit einem langen Wahlkampf einher. Doch dieses Jahr konnten verschiedene Veränderungen festgestellt werden, die in ihrer Art für die Schweiz sehr ungewöhnlich sind. Vor allem in den Plakatkampagnen der verschiedenen Parteien gab es dieses Jahr deutliche Unterschiede zu vergangenen Jahren. Diese Unterschiede sollen nun näher analysiert werden.

Die Öffnungszeiten der Unibibliothek sind eine Zumutung. Es wird Zeit, das Modell grundsätzlich zu überdenken. Von Oliver Sterchi

Wer schon ein bisschen länger Geschichte studiert, der weiss: Die Universitätsbibliothek ist der Dreh- und Angelpunkt des universitären Lebens. Während Erstis mit überfüllten Stundenplänen von einem Proseminar zum nächsten rennen, sitzen fortgeschrittene BA- und MA-Studierende vornehmlich in der Bib. Dort werden Arbeiten geschrieben, Bücher gelesen, Gedanken ent- und verworfen, Vorträge vorbereitet — kurzum: In der Bibliothek findet die Denk- und Schreibarbeit statt, die für das Studium an einer humanwissenschaftlichen Fakultät zentral ist.

Überlegungen zur Verwendung des generischen Femininum in schriftlichen Arbeiten – einige Argumentationslinien. Von Florian Zoller und Christina Zinsstag

Mit dem generischen Femininum ist die konsequente Verwendung des weiblichen statt des männlichen Substantives in Texten gemeint. Dies soll nicht heissen, dass männliche Nomen verweiblicht werden (etwa statt „der Roboter“ „die Roboterin“), sondern, dass beispielsweise bei Berufsbezeichnungen nicht nur die männliche, oder die weibliche und die männliche Form, sondern ausschliesslich die weibliche Form für alle Geschlechter verwendet wird. Dieser Artikel ist das Ergebnis einer schriftlich geführten Pro-und-Contra-Debatte zwischen den Autorinnen.

Die Uni hat sich der Gleichberechtigung verschrieben. Was Geflüchtete betrifft, ist sie jedoch noch weit davon entfernt. Von Fabienne Lehmann

Jeder hat das Recht auf Bildung». So steht es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948, Absatz 26. Dieser Grundsatz scheint selbsterklärend, ja in einem stabilen demokratischen Rechtstaat wie der Schweiz selbstverständlich. Doch kann die Universität Basel tatsächlich von sich behaupten, diesem Prinzip gerecht zu werden? Gerade den zweiten Teil dieses Absatzes, den ich im Folgenden noch erläutern werde, scheint die Uni Basel besonders im Umgang mit Geflüchteten mit akademischem Hintergrund keineswegs so umzusetzen.

Ein kritischer Essay über Uni-Rankings und ein Plädoyer für die Alma Mater Basiliensis. Von Oliver Sterchi

Willkommen an der besten Universität der Welt», pflegte der ehemalige Basler Rektor Antonio Loprieno bei seiner Begrüssungsansprache an die neuen Erstsemester in der Aula jeweils zu sagen. Diese Formulierung liess die Studierenden im Saal aufhorchen: «Echt jetzt, die beste Uni der Welt?!» Ungläubig schüttelten viele den Kopf. «So ein Quatsch!».

Die Universität hat sich der Schaffung einer besseren (Um)welt verschrieben. Dabei ist sie jedoch alles andere als konsequent. Von Florian Zimmermann

Wer sich einmal im Frühlingssemester im Café des Kollegienhauses verpflegt hat, dem wird nicht entgangen sein, welchen Wandel dieses kleine Bistro in relativ kurzer Zeit durchlaufen hat. Am Kaffeeautomaten klebt ein laminierter Zettel mit dem dezenten Vorschlag, der Koffeinbedürftige könne natürlich auch seine eigene Tasse mitbringen und auf diese Weise zum Umweltschutz beitragen. Das frühere Plastikbesteck wurde durch Gabeln und Löffel aus biologisch abbaubarem Material ersetzt.